Der Gemeinderat hat am Dienstagabend unter anderem über das Projekt Effibau diskutiert, nachdem die Räte Ende Februar in einer ausführlichen Unterlage über das Reorganisationsprojekt orientiert wurden. Hintergrund der Reorganisation ist einerseits, dass in den nächsten Jahren mehrere Pensionierungen anstehen, anderseits von politischer Seite eine Effizienzsteigerung um 10 Prozent verlangt wurde.

Die Baudirektion hat 14 Leistungsbereiche, beschäftigt 78 Personen und verfügt über ein Budget von 15,5 Mio. Fr. (vgl. Grafik). Eine zusätzliche Herausforderung ist, dass sowohl die Stelle des Stadtbaumeisters vakant ist als auch demnächst diejenige seines Stellvertreters.

Das Consultingbüro Implement wurde mit einer Analyse der Struktur betraut und zeigte drei Strukturvarianten auf, wie sich die Baudirektion künftig auf «hoheitliche und strategische Aufgaben konzentrieren» könnte, wie es im Informationspapier an die Gemeinderäte heisst. Diese unterscheiden sich vor allem im Ausmass der ausgelagerten Aufgaben.

Dabei soll das ganze Spektrum geprüft werden – von einer «stadtnahen Auslagerung» an die SWG (z. B. gewisse Tiefbauaufgaben) über Fremdvergabe von Aufgaben (z. B. Multisammelstelle) bis zur Streichung von defizitären Angeboten. Hier das Beispiel Badi in die Diskussion einzuwerfen, dient dabei wohl eher der Bekräftigung, dass es keine Tabus geben soll.

Bei der Führungsorganisation prüft die GRK die Variante, wonach die Stelle des Stadtbaumeisters mit der Stelle Stadtplanung/Bauinspektorat oder der Stelle Baumanagement (Hoch-/Tiefbau) zusammengelegt wird. Dies würde mit der Schaffung einer Teilzeit-Assistentenstelle einhergehen.

Change Manager statt Stadtbaumeister

Die Stelle des Stadtbaumeisters soll dem Gemeinderat erst wieder zur Wiederbesetzung beantragt werden, wenn Klarheit über die künftige Organisation besteht. Bis dahin wurde ein «Change Manager» in der Person von Heinrich Roos eingesetzt.

Der pensionierte Kadermitarbeiter aus dem Baugewerbe hat seine Tätigkeit am 1. März aufgenommen und wurde dem Gemeinderat vorgestellt. Die Stelle des Leiters Hochbau wird per 1. April vakant und wurde ausgeschrieben.

Die zuständigen Bereichsleiter hätten in Zusammenarbeit mit dem Consultingbüro «zahlreiche Optimierungsmassnahmen vorgeschlagen», heisst es weiter. Zur Förderung von Kostentransparenz und Verursacherprinzip soll der Aufwand für wichtige Leistungen den Bestellern vermehrt zur Kenntnis gebracht werden», damit diese ein besseres Kostenbewusstsein entwickeln».

«Unternehmerischer Spielraum»

Dreimal taucht im Papier auch der Ausdruck «mehr unternehmerischer Spielraum» zur Kostensenkung bzw. Senkung des Defizits auf. Und zwar in den Bereichen Schwimmbad, Stadtgrün/Friedhof und Werkhof.