Tierschutz
Den «armen» 650 Schafen geht’s auch bei kaltem Wetter gut

Seit Mitte Dezember ist ein Schafhirte mit 650 Tieren in der Region unterwegs. Das nasskalte Wetter ruft Kritiker auf den Plan. So hat sich auch die Präsidentin des Tierschutzvereins Grenchen und Umgebung, Barbara Banga eingeschaltet.

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Schafherde
8 Bilder
Christian Mühlethaler ist mit 650 Schafen, drei Hunden, zwei Eseln in der Witi unterwegs_01
Christian Mühlethaler und seine Herde von 650 Schafen
Erst von oben ist die Grösse der Herde ersichtlich

Schafherde

Oliver Menge

In den letzten Tagen sind einige Anfragen beim Tierschutzverein Grenchen und Umgebung eingegangen. Die «armen» Schafe, die seit etwas mehr als einer Woche mit dem Hirten Christian Mühlethaler in der Region unterwegs sind, seien der Witterung völlig schutzlos ausgeliefert und das sei bestimmt nicht erlaubt.

Die Präsidentin des Tierschutzvereins Grenchen und Umgebung, Barbara Banga, wandte sich daraufhin an die Kantonstierärztin und veröffentlichte deren Antwort in ihrem Facebook-Profil. Darin heisst es: Die Kantonstierärztin habe tatsächlich feststellen müssen, dass der Schäfer 50 zusätzliche Tiere in seine Herde aufgenommen habe, für die keine Bewilligung vorliege.

Gesundheitszustand wird kontrolliert

Durch diese Aussage entstand bei vielen Leuten - zuerst auch bei Barbara Banga - der Eindruck, dass hier etwas nicht so ist, wie es sein sollte. Doch Kantonstierärztin Doris Bürgi-Tschan relativiert: «Bewilligt ist nicht die Anzahl der Schafe. Es spielt keine Rolle, ob eine Wanderherde aus 400 oder 1000 Tieren besteht, sie müssen gesund sein. Darum kontrollieren wir die Tiere auf ihren Gesundheitszustand. Und das war bei den 50 zusätzlichen Tieren noch nicht geschehen, was auch nicht aussergewöhnlich ist, denn er hat sie während seiner Wanderung aufgenommen. Der Gesundheitscheck ist aber inzwischen nachgeholt.»

Es sei auch nicht Vorschrift, den Schafen einen Unterstand bieten zu müssen. «Ein Hirte kann ja auf seiner Wanderung keinen Stall mitschleppen. Die Schafe sind durch ihre dicke Wolle gut geschützt, das Wetter ist für sie wahrscheinlich weniger ein Problem als für den Hirten», so Bürgi-Tschan.

Aber dieser müsse gewährleisten können, dass kranke Tiere aus der Herde genommen und in einem Stall untergebracht werden, und das sei ja gewährleistet: Der Bruder von Mühlethaler hat einen Hof im Oberaargau und würde für die kranken Tiere sorgen. «Aber lustig ist das Wetter für niemanden», so Bürgi-Tschan.

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