Stadtbummel
Dem Herrn Mazzini heimleuchten - warum nicht?

Andreas Toggweiler
Andreas Toggweiler
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Die beiden Sockel neben der Mazzinibüste geben zurzeit noch Rätsel auf.

Die beiden Sockel neben der Mazzinibüste geben zurzeit noch Rätsel auf.

Andreas Toggweiler

Heutzutage ist es manchmal nicht so einfach, positive Entwicklungen nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn man als Stadtbummler unterwegs ist, kann man aber sehen, dass zumindest baulich in den letzten Monaten im Stadtzentrum einige positive Veränderungen zu beobachten sind. Das totalsanierte Tropi-Gebäude an der Solothurnstrasse wurde diese Woche von seinem Gerüst befreit. Sichtbar werden dezent graugrün eingefärbte Fassadenelemente, die dem einstigen hässlichen Betonklotz eine elegante Note verleihen.

Weiter oben in der Stadt neigt sich auch die Neugestaltung der Umgebung der Eusebiuskirche der Vollendung zu. Augenfällig wurde das Ganze, als schon vor Monaten die hohe Betonmauer um die Kapelle herum niedergerissen wurde. Das Ensemble kommt jetzt schön zur Geltung. Neue Bäume wurden gepflanzt und die ehemals abgeriegelte Ostseite wird künftig hoffentlich im Sommer zum Verweilen einladen, sofern es dort noch ein paar Sitzgelegenheiten gibt.

Nur hundert Meter weiter oben hat sich die Stadt gleichzeitig an die Sanierung des Mazzini-Pärkleins gemacht, das dem berühmtesten Asylbewerber Grenchens gewidmet ist. Die neue Bepflanzung ist gemacht und der Boden wurde mit einer Pflästerung versehen, die mit derjenigen der Kirchenumgebung abgeglichen wurde. Nur die beiden Sockel neben der Mazzinibüste geben zurzeit noch Rätsel auf. Dem Vernehmen nach könnten sie noch mit Lampen bestückt werden um Mazzini nachts heimzuleuchten. Wär doch schön, wenn das Budget dafür noch reichte. Auch eine kleine Einweihungsfeier für den Park soll es noch geben, sobald es die – Sie wissen schon – wieder erlaubt.

Zurück auf den Marktplatz, auf dem sich in den letzten Wochen nicht allzu viel verändert hat. Oder doch? Allerdings! Wurden hier doch vor ein paar Tagen unübersehbare Plakate mit der Aufschrift «Maskenpflicht» aufgestellt. Das kann nur eines bedeuten: Die behördlich betriebene Belebung des Marktplatzes hat gewirkt. Und wie! Sie hat offenbar derartige Volksmassen auf den Marktplatz gelockt, dass ein gegenseitiges Ausweichen in Coronadistanz hier schlichtweg nicht mehr möglich ist. Ein fulminanter Erfolg für unsere Stadtväter! (Ironie off). Oder ist es einfach wieder einmal ein neuer Trick, um die Randständigen vom Platz zu vertreiben?