Drachen, wilde Kreaturen, Pokémon und vieles mehr – zwei Wochen vor dem grossen Fasnachtsumzug herrscht Hochbetrieb bei den Wagenbauern rund um Grenchen. Auch wenn sie noch nicht alle Details preisgeben wollen, eines ist klar: «Das wird ä wüudi Sach.»

Umzugschef Martin Werren und Obernarr Diego Kummer nehmen die «Gwundernasen» mit Richtung Osten. Aber natürlich nicht zu weit. In Selzach machen sie halt. Nahe der Hauptstrasse sind die «Aare-Schnägge» am Werken. «Ab uf d’Insle» heisst ihr Motto.

Inspiriert vom Beach-Feeling an der Aare werden sie am Umzug Sommer-Stimmung aufkommen lassen. Meerblaue Farben, zu Palmen gewirkte Blumentöpfe und ein 4,50 Meter hoher Turm, der Gedanken an «Baywatch» aufkommen lässt, entführen in wärmere Gefilde. Ein Barwagen lockt dazu mit coolen Getränken und heissem Sound.

Baywatch und schmelzendes Eis

Nur ein paar hundert Meter weiter, im ehemaligen Magazin des Bauunternehmens Hug, haben sich die Salzfass-Narren eingemietet. Ein geräumiges Iglu deutet das Sujet an: «Eislandschaft». Eine Idylle könnte man meinen. Doch der Spruch «Es het solang s’het» deutet auch unmissverständlich auf das Problem Klimaerwärmung hin. Wagenbau-Chefin Karin Elsässer-Dubach und ihre Familienclique werden auf jeden Fall viel Freude bereiten und dennoch daran erinnern, was der Mensch mit zügellosem Eingreifen in die Natur anstellen kann.

Ab nach Staad, wo die Luna-Zunft in «Aendu» Martis Mammutholzerei an einer «wüude Farm» zimmert. Wagenbau-Chef Thomas Baur und Luna-Ober «Luki» Tobler verweisen, verschmitzt lächelnd, auf ein riesiges Konfetti-Silo, während René Lipp Ausführungen zu geplanten Lichteffekten macht. Kein Zweifel: Man darf sich auf farbenfrohes Getier und viel Interaktion am Nachtumzug vom Donnerstag sowie am grossen Umzug einstellen. George Orwells «Animal Farm» bleibt irgendwie im Hinterkopf.

Was wäre die Grenchner Fasnacht wohl ohne Staader Hilfe. Bei Bernhard Stauffer hat sich nämlich die «Bööge-Zunft» eingenistet. Cyrill Flückiger werkelt am «Monstrum», welches am Aschermittwoch ein Raub der Flammen wird. Zuvor jedoch präsentiert es sich noch in seiner vollen Pracht dem Umzugsvolk. Nebenan sind bereits die groben Formen des Obernarren-Wagens sichtbar, von welchem aus Diego I. seinen ganzen majestätischen Charme versprühen wird.

Gleich zwei Wagen entstehen in Lengnau. Res Lüthi, oberster Wagenbauer der Faschingszunft, ist mit Kinder-Narr Patrick Meier und einigen Getreuen am Werk. Die Faschings-Narren werden als stürmische Horde von Wikingern in einem ihrer legendären Schiffe für fasnächtlichen Trubel und reichen Konfettisegen sorgen.

Nicht weniger wildes Treiben verheisst das «Team Kindernarr», welches sich das «Drachenzähmen» vorgenommen hat und an den diversen Umzügen von den «Schuelschwänzern» und den «Stadtratten» Unterstützung erhält. Bereits während des Ferienpasses im Herbst wurden dazu schaurig-schöne Larven gebastelt.

Zumis Abschiedsgeschenk

Seit Jahren fühlen sich die Hilari-Narren bei Franz Kämpfer im Süden der Stadt heimisch. «Uns fehlt es hier an nichts», meint denn auch Hanspeter «Zumi» Zumstein. Sein 42. Wagen soll auch endgültig sein letzter sein, wie er beteuert. Es wird ein famoses Abschiedsgeschenk: 21 Meter lang und sechs Meter hoch. Der Wagenbauchef und seine Helfer lassen wie üblich die Katze noch nicht aus dem Sack.

Der grosse Umzug wird also zu einer fasnächtlich-wilden Attraktion. Umzugschef Martin Werren: «Es wäre schön, wenn die Leute bereits zum Nachtumzug am Donnerstag kommen, denn es wird ein tolles Spektakel geboten.