Grenchen
Das Velodrome in Grenchen geht 2013 in Betrieb

Kickoff für das Velodrome in Grenchen: Diese Woche wird das Baugesuch eingereicht, die Baurbeiten sollen im Februar 2012 starten. Noch werden auch Geldgeber gesucht.

Patrick Furrer
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So soll sich das «Velodrome Suisse» ab Januar 2013 in Grenchen präsentieren. Das Baugesuch soll demnächst eingereicht werden. ZVG

So soll sich das «Velodrome Suisse» ab Januar 2013 in Grenchen präsentieren. Das Baugesuch soll demnächst eingereicht werden. ZVG

Solothurner Zeitung

Aber auch nicht eine einzige Parklücke war beim Nordbahnhof oder an der Lindenstrasse noch frei - so gross war das Interesse aus Radsport, Wirtschaft und Lokalpolitik an der gestrigen Kick-Off-Veranstaltung zum Velodrome Suisse im Parktheater Grenchen.

Etwa 200 Personen wohnten dem Anlass bei, unter ihnen viele Radsportprofis wie der Berner Olympiasieger Fabian Cancellara, Andreas Klöden, Marcus Burghardt, Bruno Risi und Karin Thürig.

Auch Ex-Profi Tony Rominger, YB-Trainer Christian Gross und Ex-Fussballnati-Spieler Stéphane Chapuisat waren dem Ruf von Initiator und Financier Andy Rihs gefolgt. Die Organisatoren haben für die Vermarktung ihres Projekts keine Mühen gescheut.

Bei der Realisierung wird ebenfalls ordentlich Gas gegeben: Bereits im nächsten Februar sollen Baubewilligung und Baustart erfolgen. Die Eröffnung ist für Januar 2013 geplant. «Die Schweiz verfügt derzeit erst über drei Velo-Rennbahnen in Zürich-Oerlikon, Genf und Aigle», erklärte Melchior Ehrler, Präsident von Swiss Cycling und Mitglied des Stiftungsrats Velodrome Suisse.

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Hanspeter Bärtschi

«Das Velodrome in Grenchen wäre für den Sport Gold wert.» Besonders in der Nachwuchsförderung sei die Allwetterhalle mit meisterschaftstauglicher 250-Meter-Bahn eine Chance. Der Verband will sogar seinen Hauptsitz von Ittigen nach Grenchen verlegen.

Lengnauer an Idee beteiligt

Die Idee der Velohalle im Mittelland ist nicht neu. Wie gestern bekannt wurde, entstand sie bereits vor ungefähr fünf Jahren, scheiterte aber am Geld. Mit einem Unternehmer wie Andy Rihs sind die Aussichten nun besser.

Das frühere Projekt, an dem auch der ehemalige Seeländer Bahnfahrer Hans Ledermann (Leveco Cycling Lengnau) beteiligt war, habe er übernommen, erklärte Rihs. Das Projekt sei dann mithilfe des Stadtbaumeisters Claude Barbey aufgewertet worden.

Heute präsentiert sich die Idee als Mehrzweckhalle mit Trainings- und Wettkampfcenter, zirka 8000 Quadratmetern Grundfläche und Projektkosten von 15 Millionen Franken. 2 Mio. davon hat Andy Rihs als Stiftungsratspräsident zugesichert.

Weitere 2 Mio. will die Stadt beisteuern, der definitive Entscheid fällt an der Gemeindeversammlung. Der gestrige Kick-Off-Anlass bedeutet für den Stiftungsrat, dass jetzt die Suche nach Geldgebern, Sponsoren und Donatoren beginnt.

Natürlich hofft man auch auf Staatsbeiträge. «Das Geld ist in der Schweiz immer die Knacknuss», meinte Gian Gilli, Sportdirektor Swiss Olympic, in der anschliessenden Talkrunde. Auch die jährlichen Betriebskosten von 1,2 Mio. Franken zusammenzubekommen, werde zur Herausforderung werden.

Damit hat die Arbeit für den Stiftungsrat erst begonnen. Die Betriebsgesellschaft soll zu einem späteren Zeitpunkt gegründet werden. Das Land wird von der Stadt im Baurecht zur Verfügung gestellt.

Keine Halle, aber Sportplätze

Stadtpräsident und Stiftungsratsmitglied Boris Banga unterstrich die Vorteile des Velodromes für die Stadt Grenchen. Nicht allein wird die moderne Ausbildungsstätte für nationale und internationale Rennen und für das Lehrlingsturnen zur Verfügung stehen.

Im Innern der Radrennbahn entstehen drei Sportplätze. Wie die Architekten erklären, werden diese mit an der Decke befestigten Netzen untereinander und vom Veloteil getrennt. Eine «zweckgeeignete Lösung», wurde betont.

Bereits in der Projektierung integriert, aber noch nicht vollständig gesichert sei die Tribüne für das Fussballstadion. Deren Finanzierung will ein privater Investor übernehmen.

Stadtpräsident Banga jedenfalls sieht grosses Synergiepotenzial im Velodrome, auch in Kombination mit dem Fussball-, dem Leichtathletikstadion und der Velofabrik der BMC: «Unsere Sportzone wird noch attraktiver. Was wir haben werden, wird es sonst nirgends geben, und damit wird der Name der Stadt Grenchen in die Welt hinaus getragen.»

Zudem entstehen neue Arbeitsplätze, und auch die Mittelländer Messe mia soll einen Grossteil ihrer Ausstellung in der künftigen Mehrzweckhalle durchführen können, so Stiftungsgeschäftsführer Beat Zbinden.

Nicht nur für Unternehmer Andy Rihs steht bereits jetzt fest, dass das Velodrome Suisse eine grosse Chance für den Radsport und die Stadt ist. «Grenchen könnte dadurch zum Nabel des Radsports in der Schweiz werden», erklärte er. Das Baugesuch wird noch diese Woche eingereicht.

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