Kleintheater Grenchen
Das Trio Riscant bot erfrischend geistreiche Show

Das Trio Riscant, bestehend aus Isabell Scheiber (Sopran), Ramon Bessel (Tenor) und Christoph Hirschauer (Bass), bescherte dem Publikum im Kleintheater mit seinen Liedern einen äusserst vergnüglichen Abend.

André Weyermann
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Das Trio Riscant hat sich der klassischen Komödie verschrieben.

Das Trio Riscant hat sich der klassischen Komödie verschrieben.

zvg

Die drei Künstler aus dem Ensemble des Münchner Sommertheaters haben sich der klassischen Komödie verschrieben. Folgerichtig interpretierten sie Lieder aus Stücken der Grossen dieser Zunft wie Shakespeare, Molière, Shaw, Gogol oder Wilde. Die Texte stammen alle aus der Feder von Ulrike Dissmann und haben es in sich: Mal zärtlich-poetisch, mal hintergründig, dann wieder derb, immer aber mit einem Augenzwinkern versehen, zeugen sie von grosser sprachlicher Sorgfalt und Virtuosität.

Mit ihren Gesangskünsten und den diversen feinen Arrangements mit Instrumenten von Kontrabass über Blockflöte, Piano, Glockenspiel, Gitarre, Harmonika bis hin zur Querflöte verliehen die musizierenden Komödianten oder komödiantischen Musizierende den Stücken eine Seele. Und dies mit einer verblüffenden zwanglosen Leichtigkeit.

Erfrischend geistreich und philosophisch gestalteten die drei auch ihre Zwischentexte zu den grossen Themen unserer Welt wie Moral, Glück, Freiheit, Verlangen, den Kampf der Geschlechter und natürlich immer wieder der Liebe. Ob in einer schwermütigen russischen Weise, einem feurigen spanischen Tanz oder einem deftigen Spottlied, die Künstler verarbeiteten grosse Gefühle und kleine Schwächen auf höchst amüsante, berührende und inspirierende Art.

Männer wie Frauen bekamen dabei ihr Fett weg. Als Rosine sei an dieser Stelle der «Chor der Damen» aus Shaws Pygmalion herausgepickt, wo die Männer als «seelische Analphabeten, die in unsere Beete treten», betitelt werden. Herrlich auch, wenn dagegen die Tochter den Vater als «Sparringpartner im Kampf der Geschlechter» benutzt, fabelartig aus einem schnurrenden Kätzchen eine fauchende Katze und aus einem lieblichen Hühnchen eine gackernde Henne wird, der es nur noch darum geht, dem Hahn zu Leibe zu rücken.

Mit den Theaterliedern betrat das Kleintheater Neuland. Es hat sich zweifelsohne gelohnt. Die Zuschauer erlebten einen spannendes, von A bis Z erheiterndes Programm.

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