Erstmals in ihrer Geschichte macht die Tour de Suisse Halt im Stedtli. Seit Monaten ist ein Organisationskomitee unter der Leitung von Hans-Ulrich Habegger daran, zusammen mit der Gemeinde und den Tour-de-Suisse-Verantwortlichen den Event vorzubereiten. Denn, wie Gemeindepräsidentin Claudia Witschi an der gestrigen Medienkonferenz betonte, will man das Stedtli im besten Licht präsentieren und den Besuch der TdS zu einem Fest der Generationen werden lassen.

Rolf Huser, sportlicher und wirtschaftlicher Direktor der TdS, informierte über die Vorbereitung seitens der TdS und gab einen kurzen Überblick über die Tour des letzten Jahres. Die Tour de Suisse ist die grösste Sportveranstaltung, die sich durch die ganze Schweiz hinzieht. Am TV werden die Etappen in bis zu 130 Länder live übertragen. Das Schweizer Fernsehen übertrug alleine 61 Stunden des letztjährigen Rennens live. Die TdS hat auch grossen Zulauf auf den sozialen Medien, die Facebook-Seite werde im Juni jeweils sehr stark frequentiert, so Huser.

Für dieses Jahr wird das Schweizer Fernsehen ebenfalls mit rund 80 Mitarbeitenden den Event abdecken und jede Etappe live senden – zum Einsatz kommen auch Helikopter, die spektakuläre Luftaufnahmen liefern werden. Speziell in diesem Jahr: Da die Tour de Suisse mit der Fussball-Weltmeisterschaft zusammenfällt, werden die Start- und Ankunftszeiten, verglichen mit anderen Jahren, um rund eine Stunde nach vorne verschoben.

Auch das Teilnehmerfeld verspreche interessant zu werden, wobei die Anmeldefrist noch nicht abgelaufen sei und man noch keine definitiven Aussagen machen könne, sagte Huser. «Die Tour de Suisse dient vielen Teams als ausgezeichnete Vorbereitung auf die Tour de France, von dem her können wir auf eine gute Beteiligung hoffen.» Konkret zugesagt hat aber bereits der Sieger der letzten zwei Jahre, der Portugiese Rui Costa. 18 Worldtour-Teams sind gesetzt, dazu hat die Tour de Suisse noch vier Wildcards vergeben, eine davon an das Schweizer Team IAM. Jedes Team besteht aus acht Fahrern und vier Ersatzfahrern.

Die 5. Etappe, die nach Büren führt, sei sehr spannend, meinte Huser. Es sei eigentlich die letzte der neun Etappen, an der Sprinter etwas herausholen könnten. Die Strecke von 183,6 Kilometer führt von Ossingen im Zürcher Weinland nach Büren. Von Olten her kommt der Tross über Solothurn, Grenchen und Arch nach Büren. Nach einer ersten Durchfahrt in Büren nehmen die Fahrer eine Zusatzschlaufe im Bucheggberg in Angriff: Über Oberwil, Schnottwil, Wengi, Ammerzwil, Lyss, Büetigen und Dotzigen erreichen die Radprofis wieder Büren. «Diese Zusatzrunde bringt sicherlich einiges an Attraktivität, und wir können den Bucheggberg auch an der Tour de Suisse beteiligen», so OK-Präsident Hans-Ulrch Habegger.

Am 19. Juni erfolgt dann im Stedtli der Startschuss für die 6. Etappe nach Delémont. Prominenter Starter: Altbundesrat Samuel Schmid wird die Fahrer auf die Strecke schicken.

Verkehrsregime steht

«Wir haben die nötigen Vorkehrungen getroffen», so Habegger. Insbesondere das Verkehrskonzept wurde in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei erarbeitet. An den beiden Tagen wird es im Stedtli zu massiven Einschränkungen kommen: Am 18. Juni ist die Bahnhofstrasse den ganzen Tag für den Durchgangsverkehr gesperrt, dieser wird durch das Stedtli geleitet. Zwischen 14 und 18 Uhr geht dann allerdings gar nichts mehr: sämtliche Transitachsen – West–Ost und Nord–Süd – sind in dieser Zeit gesperrt.

Am 19. Juni ist das Stedtli inklusive Holzbrücke von 8 bis 15 Uhr gesperrt, die Bahnhofstrasse ist den ganzen Tag befahrbar. Auch werden an den zwei Tagen keine Parkplätze im Stedtli zur Verfügung stehen, denn die Kreuzgasse wird zum «Tour de Suisse Village», in dem sich die Sponsoren präsentieren und in dem viele Attraktionen fürs Publikum geboten werden. Aus diesem Grund empfehlen die Organisatoren die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Velo.

«Dadurch, dass wir die Belegung des Stedtli durch die Tour de Suisse im Stedtli quasi halbiert haben, also die Bahnhofstrasse und die Innenstadt an je nur einem Tag betroffen sind, konnten wir den Gewerbetreibenden ein wenig entgegenkommen», meinte Habegger auf die Frage, wie sich denn das lokale Gewerbe mit den Einschränkungen abfinde. Das OK habe bis jetzt auch keine negativen Reaktionen entgegennehmen müssen. Im Gegenteil: Der vom Organisationskomitee durchgeführte Wettbewerb, bei dem Velos verziert und gestaltet werden konnten, habe sehr positives Feedback hervorgerufen: Die Velos sind jetzt in den Bürener Schaufenstern ausgestellt. Auch an den bisher durchgeführten Infoveranstaltungen habe man nur positive Reaktionen entgegennehmen können. Die Akzeptanz in der Bevölkerung sei sehr gross.

Finanziell ist man auf Kurs

Auch finanziell sei man auf gutem Kurs, so Habegger. Er könne schon jetzt eine schwarze Null garantieren. Es sehe sogar ganz danach aus, als ob man der Gemeinde, welche einen Beitrag von 80 000 Franken zur Verfügung gestellt hatte, einen Teil zurückzahlen könne.

Gemeindepräsidentin Claudia Witschi betonte, dass Fahrradfahren in Büren schon immer eine grosse Bedeutung gehabt habe, liegt doch Büren an den Nationalen Velorouten Nummer 5 und 8. Das altehrwürdige Stedtli mit seinen Sehenswürdigkeiten und schönen Bauten werde sich als Etappenort im besten Licht präsentieren – notabene auch bei schönstem Sonnenschein. Den habe sie nämlich persönlich für die zwei Tage bestellt.