Wintereinbruch
Das sagt Grenchens Werkhofchef zum aktuellen Winterdienst und dem neuen Salzsilo

Während in Zürich der Verkehr wegen Schnee zum Erliegen kam, kam Grenchen glimpflich davon – der Werkhof ist gut vorbereitet, die Salzlager fast voll und die Mitarbeitenden bereit für den Wintereinsatz.

Oliver Menge
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Das neue Salz-Silo fasst 250 Tonnen Salz.
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Das alte Lager ist noch zu einem Drittel gefüllt.
Mit einem Gabelstapler werden die Salzfahrzeuge befüllt.
Ein Treib- und Salzfahrzeug für kleinere Strassen und Wege unterwegs zum Einsatz.
Daniel Staufer, Leiter des Werkhofs mit den Routenplänen für die Schneeräumung.
Die Kids haben Freude an der weissenPracht, von der in Grenchen nicht allzuviel gefallen ist.
Die Allmendstrasse als Grenchens höchste Strasse in der Stadt ist aper.
In der Witi bilden Pflanzen und Schnee schöne Gebilde.
Feine Äste erhalten einen Schneesaum.
An der Aare bleibt der Schnee nur auf dem Bänkli liegen.
Die Bergstrasse hingegen ist schon auf Höhe Holzerhütte verschneit.
Der Brunnen an der Bergstrasse.

Das neue Salz-Silo fasst 250 Tonnen Salz.

Oliver Menge

«Wir hatten eigentlich gehofft, dass es noch etwas länger regnet», sagt Daniel Staufer, der Leiter des Werkhofs Grenchen. Aber kurz nach 9 Uhr morgens seien die ersten Flocken gefallen und seine Mannschaft sei ausgerückt. Rund 30 Mann und eine Frau, dazu Bauern, mit denen man Verträge für die Schneeräumung hat, die mit Traktoren oder Lastwagen den Winterdienst auf den grossen Strassen machen. «Selber verfügen wir über zwei Lastwagen zum Treiben, vier Kleinfahrzeuge für Wege und Trottoirs, die treiben und salzen, ein Fahrzeug mittlerer Grösse zum Treiben und Salzen sowie zwei Lieferwagen mit einer Salzanlage».

9 Uhr, das war eine gnädige Zeit, sagt Staufer. «Wenn es nachts schneit, sind wir schon um 3 Uhr in der Früh unterwegs, um die Strassen schon vor dem Verkehr geräumt und gesalzen zu haben», erklärt er. Zu diesem Zweck haben immer zwei seiner Leute Pikett, müssten also früh genug aufstehen und die Situation beurteilen. Sie bieten dann den Rest der Mannschaft auf. Auch mit der Securitas hat man ein Abkommen geschlossen, dass diese an ihren Standorten beim Flughafen und im Allerheiligen die Lage prüfen und gegebenenfalls Alarm auslösen.

«Im Dezember kam es dreimal vor, dass die gesamte Mannschaft ausrücken musste und seit Jahresbeginn bereits zwei Mal. Die zusätzlichen zugemieteten Fahrzeuge wurden bisher ein Mal aufgeboten.

Die Strassen werden nach Prioritätenliste geräumt

Jedes Fahrzeug hat seine vorbestimmte Tour, die auf Plänen nach Prioritäten festgehalten sind. Erste Priorität haben die Strassen, auf denen der BGU, der Busbetrieb Grenchen und Umgebung verkehrt. Sie werden als erstes vom Schnee befreit und gesalzen. Dann kommen die grösseren Strassen und später die Quartiersträsschen und Wege dran. Die Kleinfahrzeuge beginnen gleichzeitig, die Trottoirs zu räumen und etwa acht Mitarbeitende sind zu Fuss in der Stadt unterwegs, um Fussgängerstreifen, Trottoirs und die vielen Treppen in der Stadt zu räumen. Mit dabei, wenn nötig, sind dann auch die Mitarbeitenden von Stadtgrün Grenchen, nochmals sechs Leute.

Die BGU-Linien haben nicht zuletzt deshalb Priorität, weil man so lange wie möglich vermeiden will, Ketten montieren zu müssen, nur schon, um unnötige Strassenschäden zu vermeiden. Gibt es in Grenchen auch Strassen, die nicht geräumt werden? «Ja, den Hirtenweg: Der wird im Winter abgesperrt und zum Schlittelweg. Wir hatten noch andere Strassen in Betracht gezogen, aber da gibt es zu viel Verkehr».

Sollte es einmal wirklich viel Schnee geben, würde man auf Plätzen mit den kleinen Fahrzeugen Gassen fräsen. Den Marktplatz allerdings müsse man immer aper räumen, wegen des Wochenmarkts, erklärt Staufer. «Auch die Fasnachtsroute muss jeweils geräumt werden, einfach nicht in diesem Winter», sagt der Werkhofleiter.

Normalerweise reicht es, den Schnee an den Strassenrand zu räumen. Grössere Schneemengen müsste man abtransportieren und bei der Badi oder auf dem Parkplatz des Bocciodromo zwischenlagern. «Den Schnee in die Aare kippen, das darf man nur mit ausdrücklicher Bewilligung des Kantons. Und das nur, wenn er unmittelbar vorher gefallen, sauber und salzfrei ist.»

Bisher wurden 70 Tonnen Salz gestreut

Von den rund 270 Tonnen Salz, die in Grenchen Anfangs Winter eingelagert wurden, hat man laut Staufer etwa 70 Tonnen verbraucht. Das Salz stammt aus der Saline Rheinfelden, dem grössten Salzlieferanten der Schweiz. Im Werkhof ist das Salz an zwei Orten eingelagert: Einerseits in einer Scheune, die schon immer dafür verwendet wurde. Mittels eines umfunktionierten Gabelstaplers mit grosser Schaufel werden die Aufsätze auf den Fahrzeugen aufgefüllt.

Von Weitem sichtbar steht seit kurzem ein neues Salz-Silo mitten auf dem Werkhof. Das überdimensionale Holzfass, das nach unten spitz zuläuft, überragt alle Gebäude ringsherum. Das Fassungsvermögen beträgt rund 250 Kubikmeter, das entspricht etwa 250 Tonnen. Es ist momentan nur zu etwa einem Drittel gefüllt, weil man zuerst das alte Salzlager aufbrauchen will und das neue noch etwas austesten muss. «Beispielsweise müssen wir noch einen Trichter oder ähnlich konstruieren, um die kleineren Fahrzeuge zu befüllen, damit das Salz nicht neben den Behälter auf dem Fahrzeug fällt.»

Bei den Lastwagen sei das kein Problem. Die können einfach drunter fahren. Mittels einfacher Mechanik wird unten das Fass geöffnet und das Salz rieselt heraus. Sollte es etwas «verhockt» sein, weil es feucht geworden ist, kann man von der Bedienungsplattform aus über ein Gestänge mit einem Holzhammer ans Fass schlagen, um das Salz zu lösen. Das neue Silo kommt erst im nächsten Winter so richtig zum Einsatz, denn das alte Lager ist noch gut zu einem Drittel gefüllt.