Ein Vierteljahrhundert ist eine lange Zeit, wenn man bedenkt, dass Astrid Bieri-Moser zuerst gar nicht Wirtin werden wollte. Die gelernte Coiffeuse war zehn Jahre lang im Restaurant Marti im Service tätig, als ihr Mann einen Gasthof übernehmen wollte. «Ich war zurückhaltend, da ich wusste, was auf uns zukommt», erinnert sie sich. Das Paar ging sich bei der Familie Wenger für das Restaurant Neue Zelg vorstellen.

Insgeheim hoffte Astrid Bieri, dass sie den Zuschlag als Pächter nicht erhalten werden.

Doch es kam nicht so. Familie Bieri konnte Anfang Oktober 1988 die Arbeit im Restaurant aufnehmen. Und 25 Jahre später sieht die Situation auch völlig anders aus: «Die Neue Zelg ist mein Leben geworden, es ist meine Arbeit und gleichzeitig mein Zuhause», sagt Astrid Bieri bestimmt.

Doch der Anfang war mit zwei kleinen Kindern nicht einfach gewesen. Zudem lebte die Familie zuerst noch in der Nähe des Bettlacher Sportplatzes, also zuunterst im Dorf, während die Zelg auf der Höhe liegt. Gleichzeitig musste Astrid Bieri noch den Wirtekurs besuchen und die Prüfung ablegen. «Es war eine harte Zeit», resümiert sie.

Familiärer Charakter

Später trennte sich das Ehepaar, sodass Astrid Bieri alleine die Verantwortung übernahm. Nach der Spezialität Fondue kamen die Cordons-Bleus hinzu, die in verschiedenen Variationen angeboten werden und einen guten Ruf haben weit über Bettlach hinaus. Viele Stammgäste und Vereine beleben das Restaurant. Ein 17-Stunden-Arbeitstag sechs Mal pro Woche ist für Astrid Bieri der Normalfall. Sie kann auf ein gutes Team zählen. So arbeitet Claire Daumüller seit fast 20 Jahren mit, während Irène von Burg die administrativen Aufgaben übernimmt. Auch Tinu Weber geht bei diesen und jenen Arbeiten zur Hand.

Die Gästeschar hat fast einen familiären Charakter. Jedes Jahr gibt es an Mariä Himmelfahrt einen Ausflug. Im Januar gehts dann an den See zu den Treberwürsten, an der alten Fasnacht zum Skifahren und im Sommer zu den Festspielen am Thunersee. Astrid Bieri organisiert auch diese Ausflüge.

Ans Aufhören denkt sie noch lange nicht. Solange die Gesundheit mitmacht, möchte sie auf der Neuen Zelg wirten. Aber eines ist für sie klar: «Ich muss mein ganzes Herzblut eingeben in diese Arbeit, sonst wäre es nicht zu machen.»