Musigbar Grenchen
Das Open Air wurde «indoor» abgehalten

Auch die diesjährige als Open Air geplante Veranstaltung des Vereins Musigbar wurde zu einem illustren Stelldichein diverser Musiker aus der Region und diverser Stilrichtungen.

André Weyermann
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Babs Ginger eröffneten die Veranstaltung in der Musigbar.

Babs Ginger eröffneten die Veranstaltung in der Musigbar.

André Weyermann

Der unsicheren Witterung geschuldet fand der Anlass am Samstag in den Räumlichkeiten der Mix-It Bar statt. Organisatorin Monica Aeschbacher nahm es mit Humor: «Somit organisierten wir das erste Indoor Open Air.»

Zunächst rockten BabsGinger die Bühne im ehemaligen Rössli-Saal. BabsGinger ist das Projekt der Seeländerin Barbara Gnägi und des erfahrenen Grenchner Gitarristen Res Mader. In Kürze werden ein Dutzend Songs der beiden Songwriter im Internet veröffentlicht.

In der Musigbar traten sie zusammen mit Drummer Valentino und Lia Low am Bass auf und zeigten dabei ein erstaunliches Debüt. Schnelle, rockige Rhythmen wechselten mit langsameren, bei welchen die einfühlsame, einschmeichelnde Stimme von Babs besonders gut zur Geltung kam. Das Trio Andy Schmid (Piano), Fabio Ruozzi (Gitarre) und Armand Tobler (Bass) glänzte mit Jazz, Latin und Swing. Die Studiomusiker nützen an diesem Event jeweils die Gelegenheit zu einem ihrer raren Auftritte.

Der Rest war Familiensache. Und dies ganz zum Vergnügen des Publikums. Oberlis mit Walter (Harp), Coral (Gitarre, Gesang) und Werner (Kontrabass), unterstützt durch Theo Schneider (Gitarre), unterhielten mit bluesigem Country. Die Jungmannschaft der Familie Zurflüh aus Pieterlen schliesslich begeisterte das Publikum. Noreen (12 Jahre), Leroy (14), Myron (16) und Sängerin Chelsea (18) interpretierten Songs bekannter, populärer Musikgrössen mit einer erstaunlichen Authentizität und Frische. Erst nach mehreren Zugaben konnten die Nachwuchsmusiker die Bühne verlassen.

Spätestens als Schlagzeuger Valentino sich in die Familienangelegenheit «einmischte», war die Bühne frei für eine Jam-Session. Das Konzept der Organisatoren war damit einmal mehr aufgegangen. Einerseits erhielten junge oder jung gebliebene Bands eine Auftrittsmöglichkeit, andererseits wurde der Musik als (Generationen) verbindendem Element gehuldigt. Diverse Leckerbissen aus der improvisierten Garagen-Küche sorgten zudem dafür, dass nicht nur für Gemüt, sondern auch für das leibliche Wohl gesorgt war.

Als es sich «ausgejammt» hatte, übernahmen die DJs Eugen und Lili das Zepter und sorgten für einen stimmungsvollen Ausklang. Monica Aeschbacher konnte schliesslich ein positives Fazit ziehen: «Es war ein schöner Anlass. Einer weiteren Auflage im nächsten Jahr steht nichts im Wege. Dann hoffentlich wieder als echtes Open Air.»