An einer Infoveranstaltung hat nun die Stiftung Industrie- und Handelsverband Grenchen (IHVG) die Lehrbetriebe vom Grenchner Gewerbeverband und vom IHVG über die Neuerungen aufgeklärt.

Zuerst Erfahrungen sammeln

Werden die Schulabgänger im Kanton Solothurn schon bald ein ganz neues Profil haben? Diese Frage beschäftigt insbesondere die Lehrbetriebe, welche unmittelbar davon profitieren könnten. Eine abschliessende Antwort konnte an der Infoveranstaltung der Stiftung Industrie- und Handelsverband Grenchen nicht gegeben werden, da zuerst Erfahrungswerte gesammelt werden müssten. Rolf Glaus, Schulleiter Grenchen-Bettlach, ist zuversichtlich, dass das neue Schulsystem positive Auswirkungen auf die Kompetenzen der Schüler und Schülerinnen haben wird: «Eines der Hauptziele ist, den Schülern den Übertritt in die Berufswelt zu erleichtern. Mit der Reform sollen auch noch stärker als bisher die Sozialkompetenzen gefördert werden.» Glaus wagte allerdings keine Prognose, ob der Schulabgänger der Zukunft total andere Voraussetzungen mitbringen wird.

Neue Strukturen

Ausführlich erklärte Glaus den Anwesenden die Strukturen und Inhalte der Schule ab August. Mehrere Neuerungen sind dabei für Lehrbetriebe besonders relevant. Zum einen ist dies das neu eingeführte Schulfach «Berufsorientierung». Dieses soll die Jugendlichen beim Berufsfindungsprozess unterstützen. Neu ist auch, dass die Schüler im letzten Jahr einem von zwei Profilen zugeteilt werden. Das Profil «Dienstleistungen / Soziales» setzt einen Schwerpunkt bei den Sprachen und beim neuen Schulfach «Räume, Zeiten, Gesellschaften». Im Profil «Technik / Handwerk» werden Schwerpunkte in den Bereichen Naturlehre, technisches Gestalten und Informatik gesetzt. «Die Einteilung in Profilbereiche soll einer gezielteren Vorbereitung auf den Berufseinstieg dienen», so Glaus. Eine weitere Änderung des bisherigen Lehrplanes betrifft zudem das neue Schulfach «erweiterte Erziehungsanliegen / Kommunikation». In diesem Fach sollen die Sozialkompetenzen der Schüler gefördert werden, meint Glaus: «Dieses Fach wurde eingeführt, damit die Jugendlichen sich und andere kennen lernen und Verantwortung übernehmen. Ausserdem ist ein Ziel dieses Faches, ein offenes und konstruktives Gesprächsverhalten aufzubauen.»

Abschlusszertifikat aussagekräftiger als bisheriges Zeugnis

Mit der Sek-1-Reform wird ausserdem ein Schultypen unabhängiger Stellwerktest eingeführt, welcher am Ende der achten Klasse gemacht wird. Dieser soll einst den Basic-check beziehungsweise den Multicheck ersetzen. Nebst einem Standortgespräch dient dieser Test ausserdem der Zuteilung in die Profile.

Eine letzte Änderung, welche die Lehrbetriebe betrifft, ist das einheitliche Abschlusszertifikat. Dieses enthält die Ergebnisse des Stellwerktestes, die Erfahrungsnoten und schliesslich die Projektbewertung als Ausweis für längeres und selbstständiges Arbeiten. Dieses Abschlusszertifikat ist somit wesentlich aussagekräftiger als das bisherige Zeugnis. Schulleiter Glaus ist überzeugt, dass die Sek-1-Reform vor allem auch für Lehrbetriebe positive Änderungen mit sich bringt. Ob damit ein Schulabgänger mit einem neuen Profil geschaffen wurde, wird sich zeigen.