2018 feierte das Kunsthaus Grenchen das 10-jährige Bestehen des Erweiterungsbaus. Aus diesem Anlass wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, der sich an Kunstschaffende mit Bezug zum Kanton Solothurn richtete. Gesucht wurden Projekte zur temporären Bespielung des Vorplatzes und des Foyers des Kunsthauses. Von den eingereichten 45 Projekten wurden drei ausgewählt. Zwei Installationen von Fabio Luks und «Boycotlettes» waren bisher zu sehen, ein Dritte unter dem Namen «Bühne frei fürs Museum» ist bis 26. Mai 2019 zu sehen. Der Solothurner Künstler Thomas Woodtli hat dafür die Glasfront des Kunsthauses mit bedruckter semitransparenter Folie gestaltet, die einen Transportcontainer darstellt. «Thomas Woodtli beschäftigt sich mit Übergängen von Malerei und Zeichnen zum digitalen Bild», sagte Kunsthaus-Kuratorin Claudine Metzger anlässlich der Vernissage der dritten «Intervention» am Mittwoch.

Woodtlis «Container» kann von innen und von aussen gleichermassen betrachtet werden. Ausgesparte Durchblicke ins Kunsthaus-Foyer bzw. auf den Vorplatz und den Bahnhof lassen dabei die Areale ineinander übergehen. Das Kunsthaus wird zur Bühne, aber auch der Bahnhofplatz.

Nah und doch fern

Die beiden Schauplätze liegen nah beieinander, nicht unbedingt aber die beiden «Welten». Noch immer strahlt das Kunsthaus zwar kantonal und bisweilen auch national aus - was auch die gut besuchte Vernissage zeigte. «Doch allzu oft gehen Einheimische achtlos daran vorbei, was ich schade finde», meinte ein Grenchner Künstler im Gespräch. Am internationalen Museumstag vom 19. Mai ist Thomas Woodtli erneut im Grenchner Kunsthaus anzutreffen. Um 11.30 Uhr unterhält sich Claudine Metzger mit ihm über seine Arbeit.