Grenchen
«Das ist alles nur wegen uns Menschen» - Schulkinder erleben «Biodivercity»

Schuklassen besuchen die Sonderausstellung «Biodivercity» an der mia. Dabei gibt es einiges Interessantes zu erfahren, das die Schüler auch beeindruckt. Die Verantwortlichen wünschen sich, dass mehr Schulen das Angebot genutzt hätten.

Oliver Menge
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Schulklassen können von Angeboten an der Sonderschau Biodivercity profitieren.
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Schulklassen können von Angeboten an der Sonderschau Biodivercity profitieren.
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Biodivercity
Schulklassen können von Angeboten an der Sonderschau Biodivercity profitieren.
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Schulklassen können von Angeboten an der Sonderschau Biodivercity profitieren.

Oliver Menge

«Ich hätte nicht gedacht, dass so viel Wasser verschwendet wird», sagt die 15 jährige Amanda aus Grenchen, die mit ihrer Klasse, der 2b des Haldenschulhauses, zusammen mit der Lehrerin Nicole Hirt die Sonderausstellung «Biodivercity» an der mia besucht. Auch der 15 jährige Valdrin ist beeindruckt, er meint, man müsse unbedingt in Zukunft Wasser sparen. Und Alenia, 15 jährig, aus derselben Klasse, meint, sie habe sehr viel gelernt und Dinge erfahren, über die sie sich auch noch nie Gedanken gemacht habe.

Extra auf Schulen zugeschnitten

Der Erlebnisparcours Wasser war nur eines der Angebote, von denen Schulklassen am Montag, Dienstag und am Freitag profitieren können: «Waldvielfalt sinnlich erleben», «Arche der Biodiversität», «Entdeckerparcours Umweltdetektive» und «Biodiversität ist Gold wert» waren weitere Programmpunkte, extra auf die Schulen zugeschnitten. «Wir hätten uns eigentlich gewünscht, dass noch mehr Klassen von unseren Angeboten profitieren. Wir haben etliche Schulen in der Region und im Kanton Bern angeschrieben, aber nur etwa die Hälfte des Platzangebotes wird nun genutzt», sagt Gery Kaufmann, mitverantwortlich für die Sonderausstellung.

Für jede Altersgruppe geeignet

Die Klassen werden von Guides durch die Ausstellung und in die Postenarbeit eingeführt. Und es gibt für jedes Alter etwas Interessantes zu entdecken: Ursula Fluri-Baumgartner zum Beispiel zeigt den Erstklässern von Sarah Steiner aus dem Eichholzschulhaus die verschiedenen Zapfen, die man im Wald finden kann. Der Douglasienzapfen hat es den Kleinen besonders angetan, denn es sieht so aus, als hätten sich darin ganz viele kleine Mäuschen versteckt, deren Schwänzchen und Pfötchen noch hervorschauen.

Auch für die Nase gibt es Arbeit: Die Kinder erhalten kleine Döschen, an denen sie riechen und dann die dazugehörigen Düfte suchen müssen. Am intensivsten duftet übrigens der Samen der Weisstanne, der ein aetherisches Oel freisetzt, wenn er aufgebrochen wird. «Das ist für mich der typische Waldgeruch», erklärt Ursula Fluri. Und es sei ja sehr speziell, dass ein so kleines und schwierig zu findendes Teil so intensiv dufte. Nicht allen Kindern scheinen die Düfte zu gefallen, manche kitzeln in der Nase, andere zaubern ihnen aber einen entzückten Ausdruck aufs Gesicht .

«Sprung ins kalte Wasser»

Bei der Arche verteilt die Guide Franziska Eggimann den Kindern der Schulklasse von Carine Amato aus dem Eichholz Wickelkarten. Die Kinder können mit diesen Karten herausfinden, welche Tier- und Pflanzenarten gefährdet oder sogar schon ausgestorben sind. «Das ist alles nur wegen uns Menschen», sagt einer der Schüler zu seinem Gspänli, mit dem zusammen er den Wettbewerbsparcours absolviert - womit er ja leider recht hat.

«Die Kinder sind begeistert von der Ausstellung», meint Lehrerin Amato. Viele spielerische Elemente, nicht bloss trockene Vorträge, lassen das Erlebte greifbar werden. Es sei ein «Sprung ins kalte Wasser» gewesen. Sie habe im Vorfeld keine spezielle Vorbereitung treffen müssen oder die Klasse im Unterricht darauf vorbereiten. Aber das sei auch nicht nötig, denn die Guides vor Ort machten ihre Sache ausgezeichnet.

Einblicke in altes Handwerk

Vor dem Häuschen der Interessengemeinschaft Korbflechterei IGK Schweiz demonstriert Werner Turtschi den Kindern während einer halben Stunde das alte Handwerk. Mittlerweile liege das wirtschaftliche Hauptaugenmerk nicht mehr auf Körben, sondern auf anderen Artikeln wie geflochtenem Sichtschutz für den Garten oder auf Dekorationsartikeln, wie Kugeln - und natürlich auf Reparaturen aller Art.

Heinz Kanziger von der Drechslerei Kanziger aus Koppigen stellt gerade Schwimmkerzenhalter aus Lärchenholz her. Auch hier bekommen die Kinder einen Einblick in ein althergebrachtes Handwerk. «Die meisten der älteren Schüler kennen Berufe wie den des Mechanikers gut, aber von Drechslerei haben sie noch nie gehört», sagt Kanziger. Und für ihn sei es auch immer wieder spannend, den Jugendlichen seinen Beruf näher zu bringen.

Verantwortliche sind zufrieden

Irene Froelicher von Pro Natura freut sich über die gelungene Ausstellung. «Die beiden Messen - die mia und die Sonderschau «Biodivercity» - befruchten sich gegenseitig, und das ist eine tolle Sache.» Man sei sehr dankbar für die Unterstützung des Kantons, der «Biodivercity» mit 50 000 Franken aus dem Lotteriefonds unterstützt, für die finanzielle Unterstützung weiterer Ämter, wie dem Amt für Umwelt, dem Amt für Raumplanung, dem Amt für Landwirtschaft und dem Amt für Jagd und Fischerei. Froelicher betont aber auch, dass «Biodivercity» ohne die Hilfe vieler Leute niemals zustande gekommen wäre. «Es wurde sehr viel Arbeit im Hintergrund geleistet, und ein besonderer Dank geht an Ruedi Spillmann von der Sol AG und Eva Hirsig von der Creative Box, die für die Gestaltung und Dekoration zuständig war. Sie haben eine wirklich schöne Sonderschau geschaffen.»