Grenchen
Das Herz Grenchens erhält einen 10-Millionen-Bau

Wohnüberbauung Helvetia Lebensversicherung plant an der Quartierstrasse modernes Mehrfamilienhaus mit Attika

Patrick Furrer
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Die Bauprofile zum 10-Millionen-Projekt im Zentrum Grenchens stehen bereits seit einigen Tagen. fup

Die Bauprofile zum 10-Millionen-Projekt im Zentrum Grenchens stehen bereits seit einigen Tagen. fup

An der Quartierstrasse, gleich oberhalb des Grenchner «Altstädtli», will die Lebensversicherung Helvetia ein Mehrfamilienhaus mit einer Gesamtwohnfläche von 2500 Quadratmetern bauen. Die Wohnüberbauung im Zentrum ist für Bau und Landerwerb mit einer Gesamtinvestitionssumme von 10 Millionen veranschlagt. Speziell ist die prominente Lage: Die Quartierstrasse verbindet den Zentrumsbereich und die Kirchstrasse, die Bauparzellen liegen nahe Gewerbe, öffentlichem Verkehr und sehr zentral. Aus Sicht der Projektanten wäre die Überbauung für die Stadt Grenchen ein grosser Gewinn, zumal sie neuen, qualitativ hochstehenden Wohnraum bietet.

«Wir sind stets auf der Suche nach rentablen Objekten, und die Lage in Grenchen ist ausgezeichnet», sagt Till Lokai, Leiter Projekte West bei der Helvetia. «Wir sind überzeugt, dass der Bedarf nach gutem Wohnraum in Grenchen weiter steigen wird.» Schweizweit verfügt die Helvetia über ein Immobilienportfolio von 4 Milliarden Wohn- und Gewerbeliegenschaften. Die Helvetia sei stets darum bemüht, innerhalb der bestehenden Ausnützungsziffern sowohl aus städtebaulicher wie auch wirtschaftlicher Sicht etwas «Sinnvolles und Gutes» zu realisieren, sagt Lokai.

Grosszügige, rentable Wohnungen

Auf den beiden Grundstücken mit den Parzellennummern 2491 und 4410 ist ein fünfgeschossiges Mehrfamilienhaus zuzüglich Attika mit 29 modernen Wohnungen mit 21⁄2 bis 41⁄2 Zimmern geplant. Die gesamte Bauparzellenfläche beträgt knapp 1700 Quadratmeter. Wie der Projektbeschrieb verrät, sind die Wohn- und Essbereiche alle nach Süden ausgerichtet. Die Balkone, die sich über die gesamte Breite des Wohnbereiches erstrecken, bieten mit einer Tiefe von zirka 2,5 Metern gut nutzbaren Aussenraum mit Aussicht über die Stadt.

Die Zufahrt erfolgt ab der Kirchstrasse über ein Grundstück der Gemeinde (unterhalb «Mazzini») und führt von Süden her ans Gebäude zur Tiefgarage. An gleicher Stelle ist seit längerem zwar eine Verlängerung der Schützengasse in Form eines Fussgängerwegs vorgesehen («Gestaltungsplan Obrechtstrasse»), vorerst werde das Projekt aber nicht reaktiviert, erklärt Stadtbaumeister-Stellvertreter Jürg Vifian gestern auf Nachfrage.

Noch im Einigungsprozess

Bekannt ist der Bauplatz derzeit als Parkplatz für die Mitarbeiter der ETA an der anliegenden Schild-Rust-Strasse. Ein Grossteil dieser Parkplätze würde wegfallen, wird das Mehrfamilienhaus gebaut, rund 40 an der Zahl. Die ETA müsste nach Alternativen suchen. Ihr blieben nur noch die Parkplätze auf ihrer eigenen, östlich angrenzenden Parzelle. Noch habe man aber genügend Zeit, um nach Alternativen zu suchen, heisst es bei der ETA-Medienstelle auf Anfrage.

Geplanter Baubeginn für die Helvetia-Wohnüberbauung wäre März, April nächsten Jahres. Fraglich ist, ob der Zeitplan eingehalten werden kann, denn gegen die Baupublikation sind mehrere Einsprachen eingegangen. Vor allem nördlich angrenzende Nachbarn wehren sich gegen das Projekt, das ihnen die eigene Aussicht nach Süden nehmen würde.

Unter den Einsprechern befindet sich auch Anwohner und SVP-Gemeinderat Ivo von Büren, der vis-à-vis eine Autogarage betreibt. Für ihn ist nicht nur grundsätzlich fraglich, ob die Stadt wirklich neuen Wohnraum braucht, er hat auch konkrete Vorbehalte, namentlich gegen die Grösse der Liegenschaft, die Fassadengestaltung und die Nähe zur Strasse.

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