«Es gibt gewisse Einsätze, da geraten wir mit nur einem Patrouillenfahrzeug in Engpässe», verrät Robert Gerber, Kommandant der Stadtpolizei Grenchen. Dazu gehöre beispielsweise, wenn eine bereits ausgerückte Patrouille Unterstützung benötige, wenn man aus sicherheitstechnischen Überlegungen besser mehr als ein Team rausschicken würde, oder wenn es sehr schnell gehen müsse. Der Aufwand für die Polizei habe allgemein zugenommen, sagt Robert Gerber, und daran sei die 24-Stunden-Gesellschaft schuld.

In den Bereichen Vandalismus, häusliche Gewalt oder Ordnungsdienst wächst der Arbeitsaufwand ständig. Die Einsätze der Ordnungshüter hätten sich dementsprechend in die Nacht und auf das Wochenende verlagert. «Welche Konsequenzen es für Polizei und Behörden hat, wenn man diese Entwicklung auch noch fördert, etwa mit Klub-Öffnungszeiten bis 5 Uhr, wie es die Solothurner jetzt wollen, überlegen sich die Leute zu wenig.»

Schneller am Einsatzort

Nun hat sich die Polizei ein zweites Patrouillenfahrzeug angeschafft, um die Engpässe zu beseitigen. Kostenpunkt: über 70000 Franken. Die Bevölkerung erwarte, sagt Gerber, dass die Polizei umgehend zur Stelle sein könne, und sie wolle «spüren», dass man in ihrer Nähe ist. Deshalb wurde in Grenchen vor zwei Jahren auch das Projekt «Präsenz Plus» eingeführt; unter anderem ist die Polizei auch wieder mehr in den Quartieren, sogar zu Fuss, unterwegs. Das Projekt bedeutete aber auch, dass die Stadtpolizei enger mit der Kantonspolizei zusammenarbeitet.

Die Nachschichten werden von gemeinsam Teams absolviert, zudem der Stadt-Polizeischalter nur noch tagsüber geöffnet. «Dadurch habe ich heute mehr Personalressourcen», erklärt Robert Gerber, «was mehr Polizeipräsenz bedeutet, aber auch, dass ich für das 23-köpfige Korps letztlich zu wenig Fahrzeuge habe.» Bereits verfügt die Stadtpolizei über ein BMW--Patrouillenfahrzeug, einen Polizei-Bus und zwei Zivilfahrzeuge. Neu kommt jetzt der Skoda Octavia 4x4 dazu, der in Zug zu einem modernen Polizeiauto mit allen Schikanen ausgebaut worden ist. Das Auto stammt aus der Garage von Gemeinderat Ivo von Büren. Für ihn ist es nicht das erste Polizeiauto, das er verkauft. «Aber ich freue mich natürlich, wenn ich der Polizei eine Freude machen kann», meint der SVP-Politiker an der offiziellen Fahrzeugübergabe.

Moderner und geräumiger

Fahrzeug-Chef Jörg Wangeler freut sich sehr über die Neuanschaffung. Mit dem alten BMW und seinen 340000 «Stadtkilometern» habe man immer öfter kleinere Probleme, das Auto müsse regelmässig in die Garage. «Der Skoda ist moderner und geräumiger. Ausserdem können wir mit unserer Ausrüstung viel besser ein- und aussteigen, was im Einsatz wichtig sein kann.» Die Freude über das neue Auto sei gross. «Jetzt werden sich die Leute wahrscheinlich erst einmal darum streiten, wer mit dem neuen Auto fahren darf», sagt Wangeler. Das sei schon bei der Anschaffung des BMW so gewesen, weiss Polizeichef Gerber. «Als der neu war, kamen die Leute morgens sogar noch früher zur Arbeit, nur damit sie sich das neue Auto schnappen konnte», meint er lachend. Also letztlich auch hier: «Präsenz Plus».