Künstlerarchiv
Das Grenchner Künstlerarchiv ist bereit für die Zukunft

Das Künstlerarchiv Grenchen kommt in die Jahre, wie sein Gründer Toni Brechbühl, der heute seinen 91. Geburtstag feiert. Vital und aktiv sind aber beide. Der Mitgliederzuwachs im Verein ist erfreulich.

Daniel Trummer
Drucken
Teilen
Der neue Präsident des Vereins Künstlerarchiv, Heinz Westreicher, bei sich zu Hause. Hanspeter Bärtschi

Der neue Präsident des Vereins Künstlerarchiv, Heinz Westreicher, bei sich zu Hause. Hanspeter Bärtschi

Solothurner Zeitung

«Er ist jeden Tag an seinem Arbeitsplatz, wie wenn er fix angestellt wäre», berichtet Heinz Westreicher. «Dies beeindruckt mich tief», sagt der Vereinspräsident aus voller Überzeugung und anerkennt das Engagement von Toni Brechbühl und den verschiedenen pensionierten Mitarbeitern, die an der Wiesenstrasse 23 Fronarbeit leisten.

Im September des vergangenen Jahres hat Heinz Westreicher das Vereinspräsidium übernommen. Der Mitgliederzuwachs im Verein sei erfreulich. Gegen 200 Personen zahlen jährlich ihren Beitrag von 60 Franken und unterstützen so die Arbeit des Vereins. Ein- bis zweimal im Jahr erhalten Vereinsmitglieder eine Publikation über regionale Künstler und ihre Arbeiten. Die Präsenz in der Öffentlichkeit stösst auf reges Interesse. Mitarbeitende präsentieren Teile der Sammlungen beispielsweise am Weihnachtsmarkt oder am kürzlich erstmals durchgeführten Grenchner Kunstevent «coffre ouvert». Das KAG besitzt die vollständige Sammlung der 1.-August-Abzeichen von 1923 bis 2011. «Eine gesamtschweizerische Rarität», heisst es in einer Pressemitteilung. Anlässlich der 1.-August-Feier im Parktheater werden die 88 Abzeichen zu bestaunen sein. Die Ausstellung wird anschliessend bis Ende August im Hôtel de Ville gezeigt.

Archiv muss umziehen

Die Digitalisierung der Objekte des KAG wird demnächst abgeschlossen. Sie erleichtert die Katalogisierung, dient der Bestandssicherung und lässt sich zur Präsentation einsetzen. Die Suche nach einzelnen Objekten wird vereinfacht. Die Archivierung bindet erhebliches Kapital. Westreicher spricht von Materialien, die benötigt werden, von säurefreiem Papier, das unabdingbar ist und von der grössten Herausforderung an die Zukunft, der Suche nach neuen Räumlichkeiten.

In absehbarer Zeit muss das KAG nämlich von der Wiesenstrasse wegziehen. Für das Haus, das ehemals die Crivelli-Kantine beherbergte und für Gastarbeiter Zimmer anbot, sind die Tage gezählt. Neue Gestaltungspläne für das Areal harren in der Schublade. Es soll einer Überbauung weichen. Westreicher hat den Raumbedarf des KAG bereits bei der Stadt angemeldet. Er ist zuversichtlich, dass vonseiten der Behörde zu gangbaren Lösungen Hand geboten wird.

Neue Ausstellung im September

Der 58-jährige Präsident ist seit seiner Jugend vom Kunstvirus infiziert. 15 Jahre amtete er als Präsident der Triennale für Druckgrafik in Grenchen. In seinem Heim in Lengnau ist Kunst omnipräsent. Werke regionaler Kunstschaffender sind ebenso vertreten wie Druckgrafiken, deren Schöpfer er alle persönlich kennt. Besonders freut sich Westreicher auf die Retrospektive des Schaffens von Ferdinand Kaus. Die Ausstellung des KAG startet am 10. September in den Räumlichkeiten der ehemaligen «Innovation» in Grenchen und wird im Oktober auch in Solothurn zu sehen sein.

Auf die gleichzeitig erscheinende Publikation darf man gespannt sein. Die Aktivitäten des KAG schliesslich sind aus dem Kulturleben der Uhrenstadt nicht mehr wegzudenken. Möge Toni Brechbühl noch lange tätig bleiben, zu seinem Geburtstag wünschen ihm alle viel Glück.

Aktuelle Nachrichten