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Das Grenchner Gaswerk schloss vor 50 Jahren

Im November 1967 wurde in Grenchen letztmals eigenes Gas produziert.

Rainer W. Walter
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Der Gasspeicher wurde erst 2013 abgebrochen.

Der Gasspeicher wurde erst 2013 abgebrochen.

Andreas Toggweiler

Am 11. November 1967 gelangte das erste Stadtgas von der Gasverbund Mittelland AG nach Grenchen. «Nach dem Einregulieren funktionierten die Anlagen störungsfrei», war im Jahresbericht der Verwaltung zu lesen. Im Gas- und Wasserwerk (diese Organisation war noch selbstständig) hatte man allen Grund zur Freude.

Denn es konnte auf die eigene, umweltbelastende Gasproduktion verzichtet werden. Das Stadtgas wurde früher durch Kohlevergasung hergestellt, wobei Koks und Teer entstand. In den 1960er-Jahren wurde es aber zunehmend durch Erdgas ersetzt. Damals nahm der Gaskonsum sprunghaft um 17 Prozent zu und betrug schliesslich 1967 rund 1,6 Millionen Kubikmeter.

Da während rund zehn Monaten die traditionelle eigene Gasproduktion im Gange war, verkaufte das Gas- und Wasserwerk auch 887 Tonnen Koks und es wurden 91 Tonnen Teer produziert. Im letzten Betriebsjahr produzierte das Grenchner Gaswerk noch 1,27 Millionen Kubikmeter und weitere 0,32 Millionen Kubikmeter wurden vom Gasverbund bezogen. Die Gaswerkleitung konnte im Jahresbericht festhalten, dass 2'988 Gasbezüger registriert werden konnten.

Rechnete der Voranschlag noch mit einem Fehlbetrag von 0,27 Mio. Franken, wurde dieser in der Jahresrechnung halbiert. Mit diesem Anschluss begann auch in der Energieversorgung die moderne Zeit für Grenchen.(at)

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