Bettlacher Silvesterlauf
Das garstige Wetter änderte nichts an den Siegern

Am Silvesterlauf 2011 in Bettlach kam trotz viel Pflotsch, Nässe und Schnee das Vergnügen nicht zu kurz. Über 40 Unentwegte nahmen bei garstiger Witterung den Parcours des Silvesterlaufs in Angriff.

Daniel Trummer
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Die Teilnehmer des Bettlacher Silvesterlaufs
4 Bilder
Silvesterlauf Bettlach
Die Schneefälle der letzten Tage sorgten für schneebedecktes Terrain
Die Teilnehmer am Waldeingang

Die Teilnehmer des Bettlacher Silvesterlaufs

Marco Sansoni

Die Verhältnisse waren heuer schwierig, der nasse Schnee bremste und trotzdem zeigten sich Wanderer, Läufer und der einzige Velofahrer befriedigt. Der gemeinsame Jahresausklang am Ziel beim Restaurant Oberes Brüggli gehört seit 22 Jahren zu einer lieb gewordenen Tradition, die der harte Kern nicht verpassen will.

Am frühen Morgen hatte es noch geschneit, nun goss es wie aus Kübeln. Die «Wanderer» waren bereits um 11 Uhr losgezogen, 31 Läufer fanden sich eine Stunde später beim Schützenhaus Bettlach ein. «Du spinnst, wenn du von einer Lawine in diesem Gebiet sprichst», hörte Jürg Roth von Kollegen, als er von seinem Trainingslauf am Vortag erzählte. Der Schnee lag kniehoch und er quälte sich über einen veritablen Lawinenkegel. Ein Steilhang konnte die Schneemassen nicht mehr halten und es kam zu einem beachtlichen Schneerutsch. Der 37-jährige Bettlacher kennt die Strecke, er ist den Silvesterlauf schon mindestens achtmal gelaufen. Auch Köbu Trachsel weiss von den kleinen Lawinen. In seinen mit Ketten ausgerüsteten Jeep stapelt er Rucksäcke der Teilnehmenden und wird das Gepäck später hochfahren.

Erholung beim «Gemseli-Tee»

Die Auswahl des richtigen Schuhwerks gibt zu reden. Keine Probleme damit hat Franz Forster aus Grenchen, der sein Bike vorsorglich mit finnischen Spikes-Pneus ausrüstete. Kurz vor 12 begrüsst Christian König, bittet darum, mit der Siegerehrung zuzuwarten, bis er sich hochgekämpft hat, und gibt nach dem obligaten Gruppenfoto den Start frei. Beim «Oberen Brüggli» liegt Rauch in der Luft. Roland Thalmann und Heinz Lorenz heizen unter dem Teekessel.

Knapp eineinhalb Stunden benötigten René Furrer und Urban Marti, die sich nach den Strapazen am «Gemseli-Tee» gütlich tun. Bernhard Eicher sieht auf die Uhr. Eben ist er durchs Ziel gelaufen, er erholt sich rasch. «Ungefähr 39 Minuten brauchte ich», sagt der Sieger vom Vorjahr, der auch heuer der Schnellste ist. Er lobt den Einsatz der Organisatoren. Mit dem Pistenfahrzeug wurde die Strecke präpariert und mit dem Schneetöff noch zusätzlich befahren.

Auch die Siegerin bei den Damen heisst gleich wie vor Jahresfrist: Irène Gfeller. Patrik Hegelbach hat die Atmung und den Puls im Griff. Er benötigte für die anstrengende Strecke rund 45 Minuten. Seit zehn Jahren läuft er, hat sich zum Marathonläufer entwickelt und freut sich auf den Boston-Marathon im April, für den er sich qualifizieren konnte.

Nun werden verschwitzte Kleider gewechselt. Am Feuer werden Erfahrungen ausgetauscht, einige sind aber auch schon in die Wärme der Gaststube verschwunden. Auch Christian König ist unter Applaus eingetroffen. «Erstmals habe ich mich oben, wo es flacher wird, kaum erholen können», berichtet er, holt seinen Tee und kommt rasch wieder zu Kräften. In der Gaststube verteilt er Blumen an die Sieger und wünscht allen Mitmachenden das Beste zum Neuen Jahr.