Obernarr Diego Kummer brauste, pilotiert von Jérôme Borcard, auf einer Harley Davidson an die erstmals durchgeführte Motto-Party und verkündete dem Narrenvolk den Slogan für die nächste Fasnacht: «Ä wüudi Sach».

Turbulent bis wild gebärdeten sich die 30 stimmberechtigten Närrinnen und Narren beim Wahlprozedere. Selbst ein ausgeklügeltes Aufwärmprogramm des Obernarren und des Parktheater-Teams im wunderschönen Gelände zwischen «»Dursli und Babeli-Plastik» von Fritz Flury und «Travaglini-Brunnen», bei welchem Geschicklichkeit, Kondition, Taktik und Teamgeist gefragt waren, konnte nämlich nicht verhindern, dass die Vertreter der Grenchner Zünfte Vorschläge gleich im Multipack einreichten. An die hundert werden es gewesen sein.

Der Obernarr gab die Leitung der Ausmarchung in die Hände von Hilari-Ober «Hampe» Affolter und Chindernarr Patrick Meier wohlwissend, dass es die Bestimmtheit und Ruhe von erfahrenen Zünftler bedurfte, um die sich auf ihre basisdemokratischen Rechte beharrenden Fasnächtler innert nützlicher Frist zu einem Entscheid zu bewegen. Dieser wurde ihnen aber auch nicht leicht gemacht. Evergreens wie «Et voilà» oder «es fägt», lautmalerische Kreationen, die an das legendäre «äsämädähä» erinnerten, aber auch poetische bis skurrile Einfälle machten die eine oder andere Denkpause nötig, in welchen auf gut-eidgenössische Art und Weise Koalitionen geschmiedet und wieder verworfen wurden, oder mit Lobbying das Resultat beeinflusst werden sollte. Schliesslich stand «Himmlisch» dem nun erkorenen Motto im Schlussgang gegenüber.

Plaketten-Künstlerin gefunden

Befriedigt zeigte sich nach dem spannenden Wahl-Verlauf auch die designierte Plaketten-Künstlerin Nina Swager van Dok. Dass das ehrenvolle Amt einer Interaction-Designerin übertragen wurde, zeigt, dass die Grenchner Fasnacht sehr wohl auch zukunftsgerichtet ist. Wobei Traditionen nicht einfach aufgeben werden. Die Plakette wird wie in den letzten fünfzig Jahren wiederum in Plastik gefertigt sein.

Die nächste Fasnacht findet vom 23. Februar bis 1. März 2017 statt. Zeit genug also, sich Gedanken zum Motto zu machen und dann «ä wüudi Sach» in kreativer Form an die «schönsten Tage im Jahr» zu bringen.