Stadtbummel
Das Entrecôte schmeckt auch im Take away

Andreas Toggweiler
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Immer mehr Betriebe machen Take-Away. (Symbolbild)

Immer mehr Betriebe machen Take-Away. (Symbolbild)

zvg

Not macht erfinderisch. Speziell den Grenchner Gewerbebetrieben und Restaurants muss man ein Kränzchen winden, wie sie auf den allmählich unübersichtlich gewordenen Mini-Lockdown reagieren. Take-away-Angebote der Restaurants haben inzwischen schon ausgewachsene Speisekarten erhalten.

Damit ist für genügend Abwechslung gesorgt. Und weil inzwischen schon viele Betriebe Take away machen, reicht das Spektrum von Pizza und Pasta über Salat und Klassiker wie Bratwurst oder Pouletflügeli bis zu kompletten Menus mit Schnipo, Cordon Bleu oder sogar Entrecôte. Selbst auf die Suppe muss man nicht verzichten, was in der kalten Jahreszeit Freude macht.

Leider gehört zur ganzen Übung halt auch eine ziemliche Abfallschlacht, auch wenn mancherorts schon Mehrweggeschirr angeboten wird. Und wer`s gerne richtig heiss mag, kommt um den Mikrowellenofen zuhause nicht herum.

Doch das sind Details. Wirklich Details im Vergleich zu den Auswirkungen welche manche Geschäfte und Branchen erleiden müssen, die total geschlossen wurden. Für Grenchen, wenige Autominuten entfernt von geöffneten Mega-Einkaufszentren in der Region Biel, ist das desaströs. Da war es längst überfällig, dass der kantonale Gewerbeverband endlich auf den Putz haut. Viel wird es zwar nicht mehr nützen, da der Bundesrat den nächsten Total-Lockdown ja schon in der Pipeline hat ...

Wie grotesk verfahren die Situation geworden ist, zeigte sich bei den winzigen Solothurner Wintersporteinrichtungen wie z. B. auf dem Grenchenberg. Während die grossen Skigebiete ihre Gondelbahnen munter mit hunderten Passagieren beladen, mussten die Skilifte über die Festtage stillstehen. Das verstehe, wer will. Zumal selbst an einem schönen Skitag höchstens ein paar Dutzend Leute auf dem Berg herumkurven.

Nachdem die Regierung jetzt plötzlich ein Einsehen hatte, gilt es rasch die Ski zu wachsen. In Grenchen sollen die Skilifte ab morgen in Betrieb gehen, vermelden die Betreiber.

Denn wie lange der Schnee liegen bleibt, steht in den Sternen. Wie so manches heutzutage.