Ferienpass Grenchen

Coronagerechte Tortillas im Lindenhaus: 12 Kinder bereiten gemeinsam ihr Mittagessen vor

Im Lindenhaus wurde im Rahmen des Ferienpasses gemeinsam gekocht. So jedenfalls stand es im Programm. In den letzten Jahren bereiteten die Kinder gemeinsam Pizza zu, im Ofen oder im Raclette-Öfeli.

Dieses Jahr machte das Virus vielen Ferienpasskursen einen dicken Strich durch die Rechnung: Beliebte Kurse, wie die bei der Polizei oder der Feuerwehr, mussten abgesagt werden, weil im Fall von Infektionen mit Covid-19 kritische Dienste beeinträchtigt gewesen wären. Man wollte schlicht vermeiden, dass Teile dieser lebenswichtigen Institutionen unter Umständen hätten in Quarantäne gehen müssen.

Beliebte Kurse, wie die bei der Polizei oder der Feuerwehr, mussten abgesagt werden. (Archivbild)

Beliebte Kurse, wie die bei der Polizei oder der Feuerwehr, mussten abgesagt werden. (Archivbild)

  

Hände waschen und desinfizieren gehört dazu

Nicht so im Lindenhaus, hier konnte man sich der Situation anpassen. Das Menu des heutigen Ferienpasskurses: Tortillas mit individueller Füllung, die jedes Kind für sich selber vorbereitet. Vorher gilt für die 12 Kids, die sich angemeldet haben, striktes Händewaschen und Händedesinfektion.

Tamara Moser, die Leiterin des Lindenhauses, und Jugendarbeiterin Melanie Stoller haben die Zutaten bereitgestellt: Käse- und Poulet-Schinkentranchen, Peperoni, Champignons, Gurken, Avocado, Mais und Bohnen. Ein Teil der Kinder sitzt an einem langen Tisch und malt, einige Kinder bereiten an einem anderen Tisch jedes für sich die Füllung der Tortillas vor. Sie schneiden die Zutaten klein in mundgerechte Stücke, derweil Tamara Moser die Tortillas im Ofen vorbereitet.

Eine weitere Gruppe dekoriert in der Küche das Dessert: Für jedes Kind gibt es in einer Schale zwei Muffins, die mit Schokoladen- und/oder Karamellcreme begossen und anschliessend mit farbigen, essbaren Zuckerkügelchen oder Esspapier-Konfetti bestreut werden. Auch hier gilt: Jedes Kind dekoriert sein eigenes Dessert selber und schreibt die Schale mit seinem Namen an.

Ein Mittagessen, bestehend aus Fingerfood

Die Ferienpass-Verantwortliche Stefanie Ohlwein-Grass kommt rasch vorbei, um ein paar Fotos zu schiessen und nachzufragen, ob alles in Ordnung sei. Sie ist sehr zufrieden: Die Kurse sind gut besucht, auch wenn für manche der neue Anmeldungsmodus gewöhnungsbedürftig sei.

«Braucht jemand Besteck?», fragt Tamara Moser. Doch keines der Kinder verlangt Messer und Gabel. Heute ist Fingerfood angesagt. Jedes Kind hat sein eigenes Teller vor sich, mit den selber vorbereiteten Zutaten. Die Tortillas werden geholt und verteilt, Melanie Stoller geht mit einer Büchse Mais und Bohnen herum und verteilt an die, welche Lust darauf haben.

«Noch ein wenig Crème fraiche?», fragt Tamara Moser. Auch sie macht die Runde um den langen Tisch, an dem Stille eingekehrt ist. Die Kinder zwischen 7 und 12 Jahren sind ohnehin sehr ruhig, verglichen mit den Kids in anderen Jahren. Ob es daran liegt, dass die Anzahl Mädchen deutlich überwiegt? Nur gerade zwei Knaben haben sich angemeldet. Oder liegt es daran, dass die Kinder ganz einfach ihr Essen geniessen?

Melanie Stoller bricht das Eis und fragt die Kinder nach anderen Kursen. Bouldern steht auf dem Programm, Ponys und Alpakas. Und plötzlich fangen selbst die Kleinsten an zu erzählen, wie zum Beispiel ein Mädchen, das von ihren Hasen berichtet, ein anderes Mädchen erzählt, wie sie mal eine ganze Anzahl Kanarienvögel hatte, die dann aber weggeflogen seien.

Nach dem Essen wird abgeräumt und die Kinder verteilen sich in die verschiedenen Zimmer, um zu spielen. Am Nachmittag steht ein Lottomatch auf dem Programm, bei dem es coole und pädagogisch wertvolle Preise zu gewinnen gebe, wie Melanie Stoller betont.

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