Grenchen

«Coole Kids laufen»: Kinder engagieren sich kreativ gegen Elterntaxis

Michael Herzog von der Stadtpolizei und Ursula Mutti vom Elternrat Eichholz präsentieren die Plakatkampagne.

Michael Herzog von der Stadtpolizei und Ursula Mutti vom Elternrat Eichholz präsentieren die Plakatkampagne.

14 Schülerinnen und Schüler aus dem Grenchner Eichholz-Schulhaus haben Plakate gezeichnet gegen Eltertaxis.

Es ist ein Dauerthema an Grenchens Schulen und seit sich im Stadtzentrum kein Primarschulhaus mehr befindet, hat sich die Situation rund um die berüchtigten «Elterntaxis» nur noch verschärft. Die Kinder des Eichholz-Schulhauses haben das Thema sogar am Kinderumzug anlässlich der vergangenen Fasnacht aufgenommen: Es ist zwar verpönt, die Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen, dennoch machen es (zu) viele.

«Nur während ‹Walk to School› hat es funktioniert»

Ursula Mutti, Delegierte im Elternrat des Schulhauses Eichholz und Mutter einer Erstklässlerin, ist aufgefallen, dass während der im September durchgeführten Aktion «Walk to School» alle Kinder brav zur Schule gelaufen sind. «Aber kaum war die Aktion vorbei, war es wieder genau wie vorher – schätzungsweise 40 bis 50 Autos, welche hier den Schulweg der anderen Kinder gefährden. Und das Tag für Tag.»

Statt sich nur zu nerven, ist Mutti aktiv geworden und hat die Schulleitung kontaktiert. Dies auf der Suche nach kreativen Kindern, die mit ihr zusammen eine Plakataktion für ihr Schulhaus durchführen. 14 Kinder waren es schliesslich, die sich für die Aktion gemeldet haben. Gemeinsam habe man sich nach der Schule zusammengesetzt, um Sujets und Slogans für Plakate zu erfinden und auch umzusetzen. «Die Kinder haben mit grosser Begeisterung mitgemacht», lobt Mutti das Engagement.

Acht verschiedene Plakatsujets

Insgesamt acht verschiedene Plakatsujets wurden gestaltet und auch selber gemalt. Sie sollen im Lauf des Jahres an der Kreuzung Garnbuchiweg/Witmattstrasse aufgestellt werden, dort, wo sich gemäss Muttis Beobachtung immer wieder brenzlige Situationen zwischen Kindern zu Fuss oder mit Scootern ergeben und Elterntaxis. «Die Fahrerinnen sind oft noch gestresst und nerven sich, wenn Kinder die Strasse überqueren wollen.»

Michael Herzog, Leiter der Verkehrsabteilung der Stadtpolizei lobt die Aktion. «Die Stadtpolizei weist immer wieder darauf hin, dass es für die Kinder vorteilhaft ist, zu Fuss in die Schule zu gehen. Sie lernen, sich im Strassenverkehr zu bewegen und können gemeinsam unterwegs sein.» Zusätzliche Verkehrsmassnahmen zur Kanalisierung der Elterntaxis stellt Herzog hingegen nicht in Aussicht. Sie seien nicht zielführend und würden das Verkehrschaos mitunter nur vergrössern.

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