Der «Bachelor»

Coiffeuse aus Grenchen buhlt in Kuppelshow um die grosse Liebe

Laura Tschaggelar mit Hund Jamie, der ihr und ihrer Schwester gehört, in ihrem Coiffeursalon.

Laura Tschaggelar mit Hund Jamie, der ihr und ihrer Schwester gehört, in ihrem Coiffeursalon.

Die Grenchnerin Laura Tschaggelar ist eine der 20 Kandidatinnen bei der Fernsehshow «der Bachelor». Die Dreharbeiten sind bereits abgeschlossen - wer gewonnen hat ist offen. Hat sich durch die Sendung eine grosse Jurasüdfuss-Liebe entwickelt?

20 Kandidatinnen buhlen ab dem 19. Oktober auf 3+ um die Gunst und Liebe des Bachelors, in dieser Staffel verkörpert durch den 38-jährigen ehemaligen Mister Schweiz, den Solothurner Tobias Rentsch aus Oensingen. 1 Meter 89 gross mit dunkelbraunen Haaren, «haselnussbraunen Augen und gestähltem Körper», wie es auf der Homepage von «Der Bachelor» heisst.

Unter den 20 Kandidatinnen, die sich um die Liebe des «Gentleman mit Schweizer Werten» bewerben, ist auch die 29-jährige Coiffeur-Unternehmerin Laura Tschaggelar aus Grenchen. Oder besser gesagt: war. Denn die Produktion ist bereits abgedreht, während fünf Wochen liessen sich die 20 Damen in Thailand den Kopf verdrehen und flirteten um die Wette.

Mittlerweile sind alle wieder in heimischen Gefilden und müssen Stillschweigen über den Dreh bewahren. Und selbstverständlich durfte Laura auch der Zeitung ihrer Heimatstadt nichts über die Sendung und den Ausgang des «Liebes-Wettbewerbs» verraten, oder wie viele Rosen sie erhalten und angenommen hat.

Aber doch hatte sie sich ein Ziel gesetzt, wie sie in ihrem Porträt auf der Bachelor-Homepage verrät: Da ihr das Aussehen eines Mannes nicht ganz unwichtig ist, wollte sie dem Bachelor einen neuen Style verpassen, so «das Alphatier mit einem Kämpferherz, das grossen Wert auf Treue und Ehrlichkeit legt».

Von Scout angesprochen

Wie kam es überhaupt dazu? «Ich wurde am Märetfest in Solothurn von einer Frau angesprochen, die als Scout unterwegs war, um Kandidatinnen für den Bachelor zu suchen. Sie ist mir gefolgt und hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könne, da mitzumachen.» Denn ein Teil der Kandidatinnen melde sich jeweils selber an, ein Teil werde typengerecht gesucht.

Und sie habe offensichtlich einen der Typen verkörpert, der noch gefehlt habe. Sie habe sich das Ganze gut und lange überlegt und sei zum Schluss gekommen, dass es die Erfahrung wert sei, ein reizvolles Abenteuer und eine gute Gelegenheit.

Das «offizielle» Bild der Kandidatin.

Das «offizielle» Bild der Kandidatin.

«Zu dem Zeitpunkt war noch nicht bekannt, wer der Bachelor sein würde, ich habe mich also nicht wegen ihm dafür entschieden», meint die Single-Frau schmunzelnd auf die entsprechende Frage.

Fünf Wochen Thailand

Also flog sie zusammen mit den 19 anderen Kandidatinnen diesen Sommer auf die thailändische Insel Koh Samui, wo die Dreharbeiten begannen. Die gesamte Produktion dauerte wie gesagt fünf Wochen und wechselte auch den Ort. Die Damen wurden dabei in Zweierzimmern einquartiert, später, als man in grössere Villen umzog, hätten auch mehrere Kandidatinnen zusammen gewohnt.

Da stellt sich die Frage, ob es denn den im Fernsehen oft zelebrierten «Zickenkrieg» zwischen Kandidatinnen auch gegeben hat. «Ich persönlich habe mich rausgehalten. Es gibt immer Leute, die polarisieren, aber der Typ Frau bin ich nicht. Ich wollte möglichst authentisch sein und keine ‹Rolle› spielen.»

Was unweigerlich die nächste Frage nach sich zieht: Sind denn nicht alle Szenen frei erfunden, komplett inszeniert und eigentlich an den Haaren herbeigezogen? «Nein, überhaupt nicht», sagt Laura. Klar, habe das Produktionsteam einen Ablaufplan gehabt, aber so etwas wie ein Drehbuch habe es für die Kandidatinnen nicht gegeben.

Die Szenen, die man im Fernsehen sehe, seien echt. «Es war fast immer eine Kamera dabei, auch bei den romantischen Szenen oder wenn wir etwas mit viel Action gemacht haben, aber die vergisst man irgendwann.» Auch eine Regie, die Anweisungen erteilt habe oder so ähnlich, habe es nicht gegeben.

«Die Tränen waren echt, falls mal welche geflossen sind», da sei keine Zwiebel im Spiel gewesen. «Ich habe die Situation gelebt und versucht, mich so rüberzubringen, wie ich eben bin. Die Kamera hatte einfach die Rolle eines Beobachters».

Romantik und Action

Inwiefern ihr die romantischen Szenen zu zweit mit Bachelor Tobias gefallen oder missfallen haben, darüber schweigt Laura. Aber sie habe wunderschöne Orte sehen und erleben können, schon das alleine sei sehr romantisch gewesen.

Aber auch die action-reichen Szenen, die gedreht wurden, haben Laura ausgezeichnet gefallen. «Davon hätte ich gerne noch mehr gehabt», sagt sie, denn für sie könne es nicht Action genug geben. Ein bedeutungsvoller Wink, sucht doch der Bachelor, ein Action-Fan, der sich mit Fitness, Mountainbiken, Snowboarden und Skifahren fit hält, eine Beifahrerin für sein Motorrad.

Und was war einprägsamer, die Action oder die Romantik? «Beide haben für mich denselben Stellenwert», sagt die Grenchnerin, mehr wolle sie nicht verraten. Selbstverständlich auch nicht, wo überall und wie lange sie in der Produktion mit von der Partie war.

Gut möglich also, dass sich Bachelor Tobias für sie entschieden hat und nun ab und zu auf seiner Honda Chopper in Grenchen an der Solothurnstrasse aufkreuzt. Ob Laura es geschafft hat, ihm einen neuen Style zu verpassen, weiss man allerdings erst, wenn die acht Sendungen ausgestrahlt wurden, die erste am 19. Oktober um 20.15 Uhr auf 3+.

Meistgesehen

Artboard 1