Ganz ohne Worte erzählt Dimitri seine Geschichten – und dennoch ganz und gar nicht sprachlos. Der Clown hatte sein Publikum von der ersten Sekunde an auf seiner Seite und spielte von da an fast zwei Stunden lang mit dessen Lachmuskeln. Er versteht es, Zuschauerinnen und Zuschauer mit seinem liebenswerten Wesen als Clown zu verzaubern und es mit ganz alltäglichen Gegenständen zu verblüffen. Er klettert, turnt und balanciert auf einer grossen Kiste, erforscht ihren Inhalt und lässt sein Publikum staunen, schmunzeln und lachen.

Heiterkeit, Artistik und Komik

So zeigt er etwa, wie ein überdimensionales Wallholz sowohl als Motorradlenker als auch als Sportgerät dienen kann und führt vor, wie ein Stab vom Rückenkratzer zur Balancierhilfe wird. Diesen Stab kann er nicht nur auf der Nase balancieren, er lässt sogar Teller darauf kreisen - und macht dazu noch eine Rolle rückwärts. «Wow, er kann es immer noch», hört man ein begeistertes Flüstern aus dem Publikum. Tatsächlich merkt man dem Clown seine stattlichen 76 Jahre nicht an, noch immer beeindruckt er mit seiner Beweglichkeit und viel Geschick.

«Der Porteur» ist Dimitris ältestes Bühnenprogramm. 1962 hat er diese Figur erschaffen und bis heute hat die Darbietung nichts an Frische und Leichtigkeit eingebüsst. So zeigt er nicht nur, dass der Humor des Clowns zeitlos ist, sondern er erinnert auch daran, dass das innere Kind kein Alter kennt.

Kindliche Neugier als Porteur

Aber nicht nur seine Geschicklichkeit, sondern auch sein musikalisches Talent stellt der Clown unter Beweis. Dies besonders im zweiten Teil des Programms, in dem er den Porteur mimt. Mit Porteur-Mütze schiebt er einen Gepäckwagen, der mit Koffern in allen Farben und Formen beladen ist, über den Bahnsteig, bis ihn die Neugier packt. Zuerst späht er nur durch einen Spalt in einen Koffer hinein, kann dann aber der Versuchung nicht widerstehen und öffnet ein Gepäckstück nach dem anderen.

Zum Vorschein kommen Musikinstrumente aller Art, sodass der Clown bald in einem musikalischen Schlaraffenland schwelgt. Mit dem freudigen Ausruf «Uuuuiuiuiuiui!» nimmt er die Instrumente hervor und probiert mit einer kindlichen Entdeckungslust zuerst einmal alle möglichen Verwendungszwecke aus. Die Trompete benutzt er als Fernrohr, bei der Klarinette wird das Mundstück zur Pfeife umfunktioniert. Die Blockflöte spielt er sogar mit der Nase -– und putzt sich dann enttäuscht die Ohren, als das Spielen mit dem Hörorgan misslingt. Auch seinem breiten Lächeln macht er alle Ehre, indem er nämlich gleichzeitig vier Saxofone spielt.

So spricht Dimitri zwar kein Wort, man bekommt aber trotzdem allerlei zu hören. Von den lieblichen Klängen, wenn er zwei Mini-Akkordeons gleichzeitig spielt, bis zu seiner Jodeleinlage, die er mit einer Melodie auf der Gitarre begleitet.

Das Publikum zeigte sich vom Auftritt Dimitris begeistert, zum Schlussapplaus haben sich alle von ihren Plätzen erhoben. Selbst dabei sorgte Dimitri für Lacher, indem er sich nämlich bei all seinen Statisten aus dem Publikum, die er während der Show spontan einbezogen hatte, nochmals bedankte und mit ihnen witzelte – alles nur pantomimisch, versteht sich.

«Einfach genial!»

«Einfach genial» oder «berührend und spannend zugleich», schwärmten Zuschauerinnen und Zuschauer nach dem Programm. Eine Seniorin aus Grenchen erklärte, dass sie Dimitri nun schon zum dritten Mal mit seinem Programm Porteur gesehen habe – zum ersten Mal wohl vor über zwanzig Jahren. Sie könnte dieses Programm noch unzählige Male schauen, versichert sie. Denn: «Dimitri bringt mich immer wieder zum Lachen. Er wird einfach nie langweilig.»