Grenchen
Chaos in der Küche: Ein musikalischer Theaterabend in Grenchen

Mit italienischem Flair und versierten weiblichen Schauspielern machte der Theaterabend im Parktheater Grenchen den Zuschauern wieder Lust auf Italien. Unter dem Titel «Pasta e Basta« wurde leichte, aber humorvolle Unterhaltung geboten.

Kaspar Haupt
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Pasta e Basta im Stadttheater Grenchen

Pasta e Basta im Stadttheater Grenchen

KHG

Der Plot ist recht simpel: An diesem Abend heisst es «Küche frei» für eine grosse Musikshow. In der Küche eines kleinen italienischen Restaurants, zwischen Töpfen, Tellern und dreckigen Gläsern - sogar der Flügel wurde zu einem Tisch - träumen drei Köche, ein Kellner und eine Tellerwäscherin vom Glück als Sänger.

Einer aus der schauspielernden Küchencrew ist jedoch wirklich Koch aus Leidenschaft, Frank Cieslak, Küchenchef im Grenchner Hof. Sein Einsatz in «Pasta e Basta» beruht auf der Idee von Autor Dietmar Loeffler, auf Tournee jeweils am Spielort die Rolle des Spitzenkochs mit einem heimischen Kochkünstler zu besetzen. Häufig ist heute nicht mehr klar, welcher Nationalität der Koch angehört und ob wir überhaupt noch italienische Küche von Italienern gekocht serviert bekommen. Doch Original italienische Küche ist scheinbar ein unverwüstliches Erfolgsrezept, wie auch die Vorführung im Theater zeigte.

Der Nudelrap zum Erfolg

Die Kehlen der musikalischen Truppe Vico Torrone (Alexander Wipprecht), Fred Buscalige (Tomaso Cacciapuoti), Paolo Checconte (Dietmar Loeffler) und Mina Mia (Love Newkirk) werden stumm, als unerwartet eine Dame vom Amt, Katja Wahl-Ente (Carolin Fortenbacher) aufkreuzt um dem Treiben ein Ende zu setzen.

Aber dem Küchenquartett gelingt es mit der Kraft der Musik und Liedern wie «Tinterella di Luna», «Azzuro» oder «Adesso tu», mit dem Pasta e Basta-Song (Nudelrap) und natürlich den Pasta-Kreationen von Chefkoch Frank Cieslak die drohende Schliessung zu verhindern.

So wird das Stück eine musikalische Reise nach Italien, weil auch die strenge Dame vom Amt, angetan vom italienischen Charme, umwerfend mit einstimmt. Ihre Interpretation von «Zwei kleine Italiener» wurde wirklich zur umwerfenden Show. Die Lieder transportierten viel von der Persönlichkeit der einzelnen Figuren, weil ihre Darsteller es verstanden, in düstere Stimmung zu verfallen, aber dann auch wieder südländisches Lebensgefühl zu vermitteln konnten.

Humorvolle Unterhaltung

Die wunderbaren und teilweise höchst eindrucksvoll vorgetragenen Lieder trugen über die eine oder andere Schwäche des Stückes hinweg. Alles verstand letztlich nur, wer auch ein wenig Englisch und Italienisch verstand.

Das tat dem gelungenen Abend aber keinen Abbruch: Die tolle Atmosphäre machte das wett, denn der Abend bot nicht nur leichte und humorvolle Unterhaltung mit italienischem Flair und tollen Songs, sondern machte vielen Zuschauern auch wieder Lust auf Italien.