Träfe Verse, witzige Sketches und kakofonische Höhenflüge wurden zu einem Cocktail gemixt, der nun wahrlich mundete. Airbrush-Künstler Tore de Vito hatte ein monströs-schönes Bühnenbild kreiert, das in ausdrucksstarken Karikaturen die Mitglieder des Plausch-Teams verewigte.

Dieses zeigte in einem köstlich amüsanten Film, wie es in einem Casting vergeblich versuchte, eine geeignete Band für den Anlass zu finden. Schliesslich griff man auf Bewährtes zurück und engagierte das Duo Rüebli & Moos, welches sich bekanntlich auf Abschieds-Tournee befindet. Dass die beiden mehr als ein Notnagel sein würden, war wohl allen klar. Martin Walker und Kurt Gilomen demonstrierten denn auch, wieso sie zu den angesagtesten Party-Bands gehören. Fetzige Musik von aussagekräftiger Ballade über Evergreens bis zu beschwingtem Twist würzten sie mit coolen Sprüchen.

Musikalische Urgewalten

Nachdem Obernarr Diego Kummer die Zuschauenden im Parktheater auf das nun Folgende vorbereitet hatte, fielen die «Schnabuwetzer» aus Selzach mit musikalischer Urgewalt ein. Eine mächtige Rhythmusabteilung, durchdringende Bläser und ausgefeilte Arrangements machten ihren Auftritt zum Ohrengenuss.

Die Musik-Beiträge waren überhaupt einmal mehr äusserst vielfältig. Besonders herausgeputzt hatten sich die Sympathieträger der Familiengugge Schuelschwänzer. Kein Wunder, kann sie doch dieses Jahr ihr 20-Jahr-Jubiläum feiern. In farbenfrohen Gala-Kleidern und mit edlen Halbmasken zelebrierten die über 40 Musikanten ihre Hits wie «Rock ’n’ Roll» oder «Ice Cream».

Aug und Ohr erfreuten sich ebenfalls bei der Darbietung der «Cocoloris». Die Kostüme in Türkis-Braun gehalten und individuell gestaltet, sowie die bemerkenswerten Hutkreationen, welche auch in Ascot für Bewunderung sorgen würden, waren ein echter Hingucker. Die Musik, eine Mischung aus einheimischem Schaffen und warmen Karibik-Rhythmen, verzückte die Zuschauer.

Die Hilari-Broders, auch schon seit 35 Jahren eine nicht wegzudenkende Attraktion der Fasnacht, fläzten sich zuerst in ihren Kino-Sesseln, ehe sie so richtig loslegten und ihre Blues- und Rock-Nummern in den Saal schmetterten. Bemerkenswert auch der Auftritt von Isa Kaufmann, die mit ihrer Helene-Fischer-Parodie schauspielerisches Talent an den Tag legte. Erstaunlich immer wieder, was der Ukulele-Bär (Michi Gerber) aus seinem handlichen Instrument hervorzaubert.

In seinen ausgereiften Texten propagiert er jeweils menschlich(er)es Handeln. So wandte er sich diesmal gegen das Zaun-Denken und für mehr Offenheit. Berührend und wohl einmalig seine Ode an Eveline, in welchem er das hartnäckige Wirken der ehemaligen Bundesrätin würdigte.

Altbekannte und Debütanten

Die beiden Fischer, Daniel Gütiger und Martin Werren, konnten zur Gaudi des Publikums ihre Lästermäuler wieder einmal nicht im Zaum halten. Patrik Gribis Beiträge sind nicht immer ganz jugendfrei, amüsant und mit viel Bühnenpräsenz kommen sie alleweil daher. Herrlich seine bitter-böse Parodie auf Trudi Gerster und die eben nicht ganz heile Welt der Märchen. Ein gelungenes Debüt gelang Mischu Baier. Als Sepp Blatter holte er die Fussball-WM 2026 mit bewährten Mitteln nach Grenchen. Witzig seine multimediale Darstellung von zukünftigen Altersheim-Bewohnern.

Die Stadtratten kamen auch wieder aus den Löchern gekrochen und überzeugten mit feinen, geschliffenen Reimen aus der Feder von Fasnachts-Enthusiast Heinz Westreicher. Ob FCG, SWG, Sparwüteriche oder Solothurner. Nichts war vor ihrem spritzigen Spott sicher.

Ungemein bissig-witzig präsentierten sich ebenfalls die Grossmeister des gereimten Verses, die Hilari-Schnibako, denen es gar gelang, die Einsteinsche Relativitätstheorie anschaulich-amüsant zu erklären. Neben der stilsicheren Dichtkunst sind auch ihre Plakate zu würdigen. Fritz Vestergaard versteht es immer wieder, mit seinem Pinselstrich auf das Thema hinzuführen, «gluschtig» zu machen, ohne gleich zu viel vom folgenden Bänkelgesang vorwegzunehmen.

Alles in allem genoss das Publikum im gut besetzten Parktheater einen äusserst gelungenen und amüsanten Abend. Auch die beiden Stadtpräsidenten – François Scheidegger und Kurt Fluri – sowie Regierungsrat Remo Ankli amüsierten sich prächtig. Die Fasnacht kann getrost kommen, wohl wahr!