Autobahnen

Bundesverwaltungsgericht heisst Beschwerde für A5-Tunnel bei Twann gut

Der Platz zwischen See und Jura ist eng begrenzt.

Twann von oben

Der Platz zwischen See und Jura ist eng begrenzt.

Die Behörden müssen beim geplanten Umfahrungstunnel von Twann am Bielersee eine ins Spiel gebrachte Variante prüfen. Das Bundesverwaltungsgericht hat am Freitag ihre Beschwerde gutgeheissen. Der Tunnel ist Teil der A5-Verlängerung Richtung Neuenburg.

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) und der Berner Heimatschutz fochten im vergangenen Februar die Genehmigung der Ausbaupläne durch den Bund an. Das Ostportal des geplanten Tunnels werde ein «gewaltiger Eingriff» in die geschützte Bielersee-Reblandschaft, kritisierten sie.

Tunnelportal im Boden versenken

Stattdessen regten die Landschaftsschützer an, eine Variante mit einem versenkten Tunneleingang zu prüfen. Der Lokalverkehr könnte dann über die abgesenkte Nationalstrasse N5 geführt werden. Im Kanton Neuenburg sei es gelungen, mit einer solchen Variante eine landschaftsverträgliche Lösung zu finden.

Das Bundesverwaltungsgericht verwies in seiner Begründung auf ein Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission. Diese kam im vorinstanzlichen Verfahren zum Schluss, dass der geplante Eingriff in die Landschaft schwer sei. Allerdings relativiere sich die Schwere dadurch, dass das Dorf Twann von Lärm- und anderen Immissionen entlastet werde und von Rückbaumassnahmen profitiere.

Möglicherweise landschaftsschonender

Das Gutachten habe grosses Gewicht, führte das Bundesverwaltungsgericht weiter aus. Davon abweichen dürfe man nur, wenn sich herausstelle, dass eine möglicherweise landschaftsschonendere Variante bei der Beurteilung ausser Acht gelassen worden sei.

Und dies könnte in der Tat der Fall sein, kommt das Bundesverwaltungsgericht nun zum Schluss. Im Verlauf des Beschwerdeverfahrens hätten auch die Bundesämter für Umwelt und für Strassen durchblicken lassen, dass die neue Variante möglicherweise landschaftsverträglicher sei.

Das Bundesverwaltungsgericht weist den Fall deshalb zurück an die Vorinstanz, damit diese die Machbarkeit und Landschaftsverträglichkeit der von den Landschaftsschützern vorgeschlagenen Variante prüft.  (sda)

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