Ende August fällt der Vorhang für den langjährigen Bühnenmeister Robert Kaiser im Parktheater. Nach 15-jähriger Tätigkeit geht er nämlich in Pension. Viele Besucher und Akteure werden den stets Hilfsbereiten an Grenchens Kulturstätte als Person gekannt haben, die meist im Hintergrund wirkte und doch immer da war, wenn man sie brauchte. Oft genug war er der Erste, der kam und der Letzte, der ging.

Robert Kaiser betont aber auch, dass er auf ein eingespieltes Team von Mitarbeitern in der Beleuchtung zählen konnte. Erich Neuhaus, Roland Gisiger, Fabrizio Braga und René Lipp, der gleichzeitig auch sein Stellvertreter war, gingen ihm zur Hand, wenn immer es nötig war. Dazu kommen diverse Pensionierte, die jeweils während der Vorstellungen mithelfen.

Robert Kaiser bezeichnet seinen Job als so etwas wie einen Sechser im Lotto: «Er ist ungemein vielseitig, technisch interessant und man kommt mit vielen, auch bekannten Personen in Kontakt.» Manchmal, etwa bei Reparaturarbeiten, sei man alleine; dann wieder wimmle es von Leuten und es gelte, die Übersicht zu bewahren, zu improvisieren und trotz aller Hektik, Vorsicht walten zu lassen. Nicht ohne Stolz verweist er auf die Tatsache, dass es in seiner langjährigen Tätigkeit keinen einzigen Unfall gegeben habe.

Allrounder mit Hang zum Theater

Ursprünglich hat Robert Kaiser als Maler/Gipser und in anderen handwerklichen Berufen gearbeitet. Er bezeichnet sich als Allrounder, der schon immer eine Affinität zum Theater gehabt habe. Und der Umgang mit den Künstlern, die nicht alle als sehr pflegeleicht gelten? Es habe eigentlich nie grosse Probleme gegeben. Man müsse die Leute nehmen, wie sie seien, freundlich bleiben und als Dienstleister auftreten.

Obwohl im Parktheater beinahe alle auf der Bühne gestanden haben, die Rang und Namen haben, ist ihm einer in besonders positiver Erinnerung geblieben: der Schweizer Schauspieler Christian Kohlund. «Das ist ein toller Typ, mit dem ich mich auch eine ganze Weile bestens unterhalten konnte und den ich gerne wieder einmal sehen möchte.» Einen besonderen Draht hat er zudem auch zur Bündner Gruppe «Furbaz» (Marie Louise Werth, Giuseppe Quinter, Gion Andrea Casanova und Ursin Defuns) gefunden, die bereits mehrere Male mit ihrer musikalischen Show das Grenchner Publikum beglückt hat.

Die Position des Bühnenmeisters bringt ganz eigene Arbeitszeiten mit sich. Während der Hauptsaison von September bis März fallen unzählige Stunden an, welche dann im Sommer kompensiert werden, wo naturgemäss mehr Ruhe herrscht.

«Ich konnte glücklicherweise auf die Unterstützung meiner Familie, insbesondere meiner Ehefrau, zählen. Sonst wäre es um einiges schwieriger geworden, diese Tätigkeit auszuüben», meint Robert Kaiser dazu.

Und einer aus der Familie wird ihm nun nachfolgen. Sein Sohn Andreas wird künftig verantwortlicher Bühnenmeister sein. «Mein Vater hat mir alles gezeigt, die Nachteile wie die Vorteile offenbart und nun freue ich mich auf die neue Aufgabe», erklärt dazu der 34-jährige, gelernte Elektromonteur. Es versteht sich von selbst, dass sein Vater ihn in der ersten Zeit intensiv einführt.

Bereits seit einem Monat wird er in die unzähligen Geheimnisse des ebenso einmaligen wie verwinkelten Grenchner «Kulturtempels» eingeweiht. Und ganz allein wird er auch in der nächsten Zeit nicht sein. Robert Kaiser ist so vom Bühnenvirus infiziert, dass er auch weiterhin als Stellvertreter am Platz sein wird, sollte einmal Not am Mann herrschen.