Kürzlich am Abend im Stadtpark. Idylle pur. Die Sonne hat ihren Kampf gegen den hartnäckigen Hochnebel doch noch gewonnen, eine Mutter spielt mit ihrem Kind, ein Mann hat sich eine Parkbank ausgesucht, um in Ruhe die Zeitung zu lesen.

Der «Stadtbummler» bewundert den prächtigen Baumbestand, den Travaglini-Brunnen ebenso wie die filigrane «Dursli und Babeli»-Statue von Fritz Flury.

Nun ist der Park noch um eine Attraktion reicher. An dessen nordöstlicher Begrenzung, bei seinem Wohnhaus, hat Adrian Wagner nämlich einen offenen Bücherschrank gezimmert und Grenchens Bevölkerung damit beschenkt. In der Stadt ist bekanntlich schon ein paar Mal die Rede davon gewesen, eine solch nützliche Einrichtung zu installieren. Der Musiker und Arrangeur hat nun nach dem Motto «liefere statt lafere» gehandelt. Das Kleinod erinnert an ein überdimensionales Vogelhäuschen. Das passt. Sind doch Grenchnerinnen und Grenchner eingeladen, eine Lektüre herauszupicken, sie gleich im Stadtpark zu lesen und wieder zurückzustellen.

Die andere Möglichkeit: Man nehme ein Buch und alimentiere den Schrank mit einem mitgebrachten. Die Momentaufnahme zeugt von einer erlesenen Mischung: Hier kuschelt sich Karajan an Trump, da warten Kinderbücher auf ihre junge oder jung gebliebene Leserschaft. Lukas Hartmann vereinigt Poesie, Erzählkunst und Historie, die Buddenbrooks schildern ihre Geschichte, Robinson Crusoe und Harry Potter gehen auf Abenteuer, Ueli der Knecht müht sich auf dem Hof ab, ein Reiseführer lockt mit einer Traumdestination und, und, und.

Noch einer beschenkte kürzlich Grenchen: Roger Rossier hat die Marke «Uhrencup» der Stadt überschrieben und nährt damit die Hoffnung, dass dereinst wieder Spiele dort ausgetragen werden, wo sie hingehören. Hier ergreift den «Bummler» wieder einmal die Nostalgie. Natürlich haben ihn die Spiele mit hochkarätiger (ausländischer) Besetzung in den letzten Jahren fasziniert, seine persönlichen Favoriten gingen aber 1971 und 1972 über die Bühne. Als noch nicht einmal Halbwüchsiger durfte er miterleben, wie der FCG den übermächtig scheinenden FC Basel (Odermatt und Co.) gleich zwei Mal mit 3:1 in die Schranken wies.

Das Stadion warselbstredend «plätschvou», über die Qualität des Spielfeldes musste man sich keine Gedanken machen. Für die Uhrenstädter (der Begriff war damals noch zutreffend) skorten unter anderem Bernhard Lander, der mit seinem bekannten Trick die Zuschauenden verzückte und der erst 18-jährige Mittelstürmer Serge Muhmenthaler, welcher später bei den Uhrencup- Stammgästen YB und Basel (Meister 1977) spielte. Gleich in beiden Partien aber traf Verteidiger Peter Schaller, ansonsten dafür bekannt, die gegnerischen Flügelstürmer erfolgreich zu piesacken.

Bei allem Respekt vor Stephan Lichtsteiner, Kevin Mbabu oder Michael Lang: Das Original des rechten Aussenverteidigers mit Zug nach vorne ist somit ein Grenchner.