Uhren

Breitling will mit zwei neuen Boutiquen die Luxuslagen erobern

Die Breitling-Boutique in Zürich (Bild) ist nur ein paar Schritte von der Bahnhofstrasse entfernt.zvg

Die Breitling-Boutique in Zürich (Bild) ist nur ein paar Schritte von der Bahnhofstrasse entfernt.zvg

Innert kurzer Frist hat die Grenchner Uhrenmarke Breitling zwei Boutiquen an teuersten Lagen in Genf und Zürich eröffnet. Es sind die ersten eigenen Markenboutiquen des Uhrenherstellers in der Schweiz.

Damit folgt Breitling einem schon länger bestehenden Trend in der Luxusgüter-Industrie, die Wertschöpfungskette von A bis Z zu integrieren. So liegt denn die am 1. Oktober in Zürich eröffnete Breitling-Boutique unmittelbar neben der Omega-Boutiqe der Swatch Group, an der Ecke Augustinergasse/Bahnhofstrasse.

Eingemietet ist man in der Liegenschaft, die bis Ende 2015 den traditionsreichen Zürcher Juwelier Berkowitsch beherbergte, der nach fast 100 Jahren seine Geschäftstätigkeit eingestellt hat. Breitling präsentiert dort ihre Uhrenkollektionen auf zwei Etagen des repräsentativen Altstadthauses.

Erst zweite Boutique hierzulande

Erst Mitte Juni wurde in Genf am Rhone-Quai die erste Breitling-Markenboutique überhaupt in der Schweiz eröffnet, auch hier an bester Lage. «Ein Wechsel der Strategie ist das überhaupt nicht», meint Breitling-Vizepräsident Jean-Paul Girardin. Es hat einfach etwas gedauert, bis wir auch in der Schweiz an Lagen herankamen, die unseren Vorstellungen entsprochen haben.»

Die Breitling-Boutique in Genf

Die Breitling-Boutique in Genf

Dass gleich zwei Boutiquen neu in der Schweiz eröffnet hätten, sei insofern ein Zufall. «Wir warten lieber etwas länger, bis für uns alles stimmt.» Als nicht börsenkotiertes Unternehmen könne man sich langfristiges Denken erlauben – und man fahre gut damit, meint Girardin.

Und die Uhrenfachhändler und Juweliere, die bisher die Breitling-Uhren verkauft haben, auch? - Girardin sagt Ja. «Die Marke wird insgesamt gestärkt, davon profitieren beide Seiten, wir und die bisherigen Fachhändler.» Die Fachhändler könnten weiterhin Breitling-Uhren verkaufen, für eine Kundschaft, die mehrere Marken vergleichen möchte, in den Breitling-Boutiquen habe man andererseits die Möglichkeit, die ganze Kollektion lückenlos zu zeigen.

Diese Zweigleisigkeit hat sich laut Girardin bewährt. Immerhin habe man weltweit bereits an die 2000 Verkaufsstützpunkte und bald einmal 50 Breitling-Boutiquen. In der Schweiz würden allerdings in nächster Zukunft keine weiteren Breitling-Boutiquen eröffnen, meint Girardin auf die Frage, ob die nächsten Stationen St. Moritz oder Gstaad heissen. «Das ist nicht vorgesehen.»

Was macht die Swatch Group?

In der Tat dürfte das Geschäft in den Wintersportorten (noch) zu stark saisonal ausgerichtet sein, um eigene Flagship-Stores ganzjährig auszulasten. Anders sieht es in den Grossstädten aus. Hier rätselt die Branche, ob und wann die Swatch Group mit der ganz grossen Kelle anrichten wird.

Vor zwei Jahren hatte diese das ehemalige Gebäude der Clariden-Bank (diese wurde damals ganz in die CS Gruppe integriert) für einen ungenannten Betrag von der Credit Suisse gekauft und damit einen Pflock direkt am mondänen Paradeplatz eingeschlagen.

Noch sind dort andere Branchen und Geschäfte im repräsentativen Jugendstil-Bau eingemietet, aber über die Zukunft der über 7000 Quadratmeter als Hub für die exklusiven Swatchgroup-Marken darf ruhig spekuliert werden.

Chinageschäft ausbaufähig

Vorerst hat sich aber der Uhrenmarkt abgekühlt. Wie stark hat sich dies bei Breitling bemerkbar gemacht? – Laut Jean-Paul Girardin ist Breitling weniger betroffen als gewisse Konkurrenten. Man habe die Produktelager im Griff und mancherorts habe man sogar noch etwas zulegen können.

Dies hänge damit zusammen, dass man weniger abhängig sei vom China-Geschäft, das am stärksten eingebrochen ist. «Das heisst für uns auch, dass wir in China noch Entwicklungspotenzial haben», meint Girardin.

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