Die Grenchner Uhrenfirma Breitling hat die Aviatik im Blut. Schon im Zweiten Weltkrieg rüstete sie die Jäger der Royal Air Force mit Borduhren aus, und 1952 brachte sie den Fliegerchronografen «Navitimer» auf den Markt, der bis heute (mit angepasster Technik) produziert wird. Das Engagement der Firma für die Belange der Fliegerei äussert sich auch im Betrieb einer privaten Kunstflugstaffel mit sieben Jets, im Sponsoring einer Lockheed Super Constellation, dem legendären viermotorigen Transatlantik-Clipper der 50er-Jahre und vielen weiteren Aktivitäten rund um die Fliegerei. Seit 2008 unterhält Breitling einen weiteren Flugzeug-Oldtimer, eine Douglas DC-3.

Breitling informiert an einer Pressekonferenz in Genf über die geplante Weltumrundung

Breitling informiert an einer Pressekonferenz in Genf über die geplante Weltumrundung

«Es ist das Flugzeug, das dem Passagierverkehr in der Luftfahrt zum Durchbruch verholfen hat», erklärte Francisco Agullo an einer Medienkonferenz in Genf. Der Chefpilot der DC-3 stellte in einem Genfer Luxushotel das Team vor, das mit ihm zusammen zu einem Weltumrundungsflug mit der «fliegenden Legende» startete.

11 Stunden über den Pazifik

Am Donnerstagnachmittag ist die HB-IRJ in Genf gestartet. Die ersten Etappe führten über Avignon und Mailand nach Zagreb, danach gehts weiter nach Athen, Tel Aviv, Dubai, Bangkok usw. Insgesamt werden 55 Ziele in 28 Ländern angeflogen. «Die grösste Herausforderung ist sicher die Überquerung des Pazifiks», sagte Agullo. Die längste Etappe wird elf Stunden dauern. Da das Flugzeug in Originalausstattung nur für acht Stunden Treibstoff mitführen kann, wurden die Sitze ausgebaut, um Platz für zusätzlich Tanks zu haben.

Das Unterfangen sei zwar minutiös geplant, dennoch gebe es immer noch genug Unwägbarkeiten, wie Überflugbewilligungen oder das Wetter. Nicht zu sprechen von der körperlichen Belastung der Crew. Diese ist allerdings sehr routiniert, hat hat man doch einen Kapitän mit 27 000 Stunden Flugerfahrung dabei, einen ehemaligen Concorde-Piloten und jemanden, der im Ultralight-Flieger um die Welt geflogen ist. Auch einer der erfahrensten DC-3-Mechaniker sei an Bord.

500 Uhren dabei

Und das Flugzeug? Es ist immerhin 77-jährig und hat 74 500 Flugstunden auf dem Buckel (vgl. Kasten). Laut Agullo sei die Maschine gut gewartet und bezüglich Avionik auf dem aktuellen Stand. «Wir haben die Airliner-Zulassung für Passagierflüge», betont er. Der Wartungsaufwand für den Oldtimer sei allerdings immens. «Für 1 Stunde Flug braucht es 100 Stunden Service.»
Die prominentesten Passagiere sind diesmal keine Menschen, sondern Uhren. Denn natürlich nutzt das Unternehmen die Promo-Tour auch zur Verkaufsförderung. 500 speziell gebrandete Navitimer-Uhren fliegen mit um die Welt und können nach dem Flug erworben werden – für 8600 Franken das Stück. Am 16. September will man für die Air Show in Sion zurück sein in der Schweiz.