Nationalrat
Boris Banga will zurück nach Bundesbern

Grenchens Stadtpräsident Boris Banga (SP) versucht ein Comeback: Er möchte 2011 zurück nach Bundesbern. Mit ins Rennen steigen auch andere bekannte Namen.

Theodor Eckert, Stefan Frech
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Boris Banga will nach Bern.

Boris Banga will nach Bern.

Solothurner Zeitung

«Wir nominieren offiziell erst im Februar, aber Stadtpräsident Boris Banga und Gemeinderat Urs Wirth stehen zur Verfügung», erklärt Thomas Furrer, Präsident der SP Grenchen. Boris Banga will es also nochmals wissen? «Ja, wenn es zwei Listen im Kanton gibt, dann bin ich dabei, schliesslich geht es auch um die Regionen im Kanton. Fast scheint es so, als wolle Boris Banga sein Comeback auf nationaler Ebene an bestimmte Voraussetzungen knüpfen. Doch das täuscht: Im Gespräch ist dem kämpferischen Langzeitpolitiker deutlich anzumerken, dass er noch so gerne in den prestigeträchtigen Wahlkampf steigen würde, um sein verlorenes Nationalratsmandat wieder zurückzuerobern. Ihm ist dabei durchaus bewusst, dass er hoch, sehr hoch pokert. Doch das gehört zur Marke Banga – dem Risiko nicht aus dem Weg gehen. In all den Jahren habe er auf der politischen Bühne vom Zurückholen eines Mandats über das Nachrutschen bis zum verlorenen Sitz alles erlebt. Man müsse immer mit allem rechnen und auch mit Niederlagen umgehen können.

«Will mich nicht kaputtmachen»

Gegenwärtig scheinen Banga viele positive Reaktionen zusätzlichen Auftrieb zu verleihen. Sarkastisch fügt er an: «Warum sollte ich nicht antreten, schliesslich habe ich nicht die Staatsanwaltschaft im Hause.» Auf die Frage, ob denn eine allfällige Wahl Einfluss auf sein Amt als Stadtpräsident hätte, meint der Ex-Nationalrat lakonisch: «Das könnte ich mir vorstellen, ich kenne das Doppelmandat. Letztlich will ich mich nicht kaputtmachen.»

Ein Amtschef kandidiert

Neben Boris Banga tritt die SP mit einem weiteren bekannten Rückkehrer an: Andreas Bühlmann (Biberist), Chef des kantonalen Finanzamts und Ex-Regierungsratskandidat, wurde bereits von seiner Ortspartei nominiert. «Mein Chef, Regierungsrat Christian Wanner, ist mit meiner Kandidatur einverstanden», erklärt Bühlmann auf Anfrage. Ob er bei einer Wahl in den Nationalrat Amtschef bleiben kann, sei offen. Neben Bühlmann haben die SP-Sektionen erst wenige Personen zuhanden der Amteipartei nominiert: Fränzi Burkhalter (Biberist), Irene Meier (Rodersdorf), Marco Simon (Oberbuchsiten) und Edna Baumgartner (Dornach).

Auch die FDP kann einen einflussreichen Rückkehrer präsentieren: Rolf Kissling (Neuendorf), Ex-Kantonsrat und seit 1998 Präsident des Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverbands. Neben Kissling wurde bis jetzt nur sein Namensvetter Dieter Kissling (Hochwald) nominiert.

Bei der CVP wiederum gibt es erst einen offiziell Nominierten: Stephan Berger (Balsthal). Er ist Vorsteher des Oberamts Thal-Gäu. Andere Christlichdemokraten bekunden zumindest ihr Interesse: Peter Brotschi (Grenchen), Annelies Peduzzi (Deitingen), Rolf Späti (Heinrichswil) und Susan von Sury (Solothurn). Für die Grünen steigt die Oltner Stadträtin Iris Schelbert ins Rennen. Bei der SVP schliesslich wurden bereits die Kantonräte Colette Adam (Derendingen) und Manfred Küng (Kriegstetten) von ihrer Amteipartei nominiert.

Nur ein Amtierender zögert

Nicht zu vergessen: Alle bisherigen Nationalräte treten 2011 nochmals an. Spannend macht es nur Roland Borer (SVP), der an sich bereits von seiner Amteipartei nominiert wurde. «Ich entscheide mich nächstes Jahr.»