Grenchen

Boris Banga und Hubert Bläsi wurden verabschiedet

Stadtbaumeister Claude Barbey (mitte), der selber im Frühjahr auch in Rente geht,  verabschiedete Stapi Boris Banga (rechts) und Vize Hubert Bläsi.

Stadtbaumeister Claude Barbey (mitte), der selber im Frühjahr auch in Rente geht, verabschiedete Stapi Boris Banga (rechts) und Vize Hubert Bläsi.

Der Gemeinderat Grenchen hat den Ansprüchen der SP auf einen zweiten Sitz in der Gemeinderatskommission (GRK) die kalte Schulter gezeigt. Stadtpräsident Boris Banga wurde nach 22 Jahren im Amt verabschiedet.

SP-Präsident Remo Bill erhielt lediglich die fünf Stimmen seiner Fraktion, Hubert Bläsi (FDP, bisher) konnte hingegen alle zehn bürgerlichen Stimmen auf sich vereinigen. Ivo von Büren (SVP) und Andreas Kummer (CVP) erhielten je 14 Stimmen.


Wirth bleibt nur vier Jahre

«Der Rat hat klar gemacht, dass er die SP in der Oppositionsrolle sieht», kommentierte Remo Bill das Resultat. «Wir sind bereit dafür. Wir werden die bürgerliche Mehrheit nicht in Ruhe lassen und ihre Versprechungen genau überprüfen.» Man müsse zudem jenen 48,7 Prozent eine Stimme geben, welche keinen Stapi-Wechsel wollten. «Aufgabe der Opposition ist es, die Regierung abzuschminken, während die Vorstellung noch läuft», zitierte Bill ein Bonmot von Jacques Chirac. Vize-Stadtpräsident Urs Wirth stellte zudem in Aussicht, dass er dieses Amt nur eine Legislatur lang ausüben will.

Es war die letzte Gemeinderatssitzung von Boris Banga als Stadtpräsident und von Hubert Bläsi als Vizepräsident. Geht man von durchschnittlich 12 Gemeinderatssitzungen pro Jahr aus, wären dies in einer Amtszeit von 22 Jahren 264 Sitzungen, die Banga geleitet hat.

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Der Stapi selber hielt einen unpathetischen Rückblick aufs zu Ende gehende Jahr und erwähnte Highlights, die beweisen, dass die Stadt in verschiedener Hinsicht floriert. «Ich übergebe meinem Nachfolger ein nach meiner Auffassung geordnetes Haus», sagte Banga. Er bedankte sich auch bei den Mitarbeitern und der der Bevölkerung für das «vertrauensvolle und gute Verhältnis zu unserer Stadtverwaltung.» Seine letzte Gemeindeversammlung wird Banga am Mittwoch abend im Parktheater (19.30 Uhr) leiten.

Reigen von Ehrungen

Ein Reigen von gegenseitigen Verabschiedungen und Ehrungen sorgte für eine versöhnliche Note, nachdem zu Sitzungsbeginn ein überraschender Antrag der FDP zu einer umstrittenen Erschliessung im Stadtzentrum die Wogen hochgehen liess. Weil der Rat im Sommer die Erschliessung zurückwies, nahm die Stadt mit demselben Projekt einen zweiten Anlauf, nachdem die Grundeigentümer bereits mit Schadenersatzforderungen drohten (wir berichteten).

Auch dieser scheiterte insofern, als der Rat lediglich eine «provisorische Erschliessungsstrasse» genehmigte. Immerhin sollen die Rechte der Helvetia Versicherung auf Erschliessung ihres Grundstücks nicht tangiert werden. Für alle Parzellen müsse man sodann eine «planerisch vernünftige und ökonomisch sinnvolle Lösung» suchen. Konkrete Vorschläge machte aber niemand.

Überflüssige Fachkommission?

Anlässlich der Behandlung diverser Reporting-Unterlagen der Schulen übte Richard Aschberger (SVP) massive Kritik an der «Fachkommission Schulen». Diese produziere lediglich eine Menge Papier und sei deshalb verzichtbar. Erstaunlich war, dass der Widerspruch der anwesenden Bildungsvertreter eher flau ausfiel.
Der Gemeinderat hat ferner die Jahresrechnung 2012 der Pensionskasse genehmigt und einen Gestaltungsplan (Nivada-Areal) aufgehoben.

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