Der Verkauf erfolge «im Zuge einer strategischen Neuausrichtung von BMC», heisst es in einer Mitteilung. «Wir wollen uns mit den Marken BMC und Stromer auf den Premiummarkt ausrichten und dort investieren», präzisiert BMC-Verwaltungsratspräsident Thomas Binggeli auf Anfrage. Bergamont habe nicht mehr in die neue Strategie von BMC – Ausrichtung auf das sportive Segment – gepasst.

Investoren für Stromer gesucht

BMC hat den deutschen Velohersteller Bergamont 2008 übernommen. Deren Umsatz habe sich seit damals verdoppelt. Gegenüber dieser Zeitung erklärte kürzlich Erwin Steinmann, CEO der BMC-Gruppe, dass sich der Gruppenumsatz der 200-Millionen-Franken-Grenze nähere. Die Hälfte entfalle auf BMC, 35 Prozent auf Bergamont und 15 Prozent auf Stromer.

Die im Mittelpreissegment tätige Firma schreibe Gewinne. Die Bergamont Fahrrad Vertrieb GmbH in Grenchen mit sieben Angestellten wird ihre Geschäfte ab Juli unter dem Dach der Scott Sports SA in Givisiez FR weiterführen. Ein Stellenabbau sei nicht geplant, so Binggeli.

Der Verkauf von Bergamont ist deshalb überraschend, weil BMC-Mehrheitsaktionär Andy Rihs öffentlich vielmehr über den Verkauf der E-Bike-Herstellerin Stromer in Oberwangen BE nachgedacht hat. Stromer sei immer noch in der Start-up-Phase und man müsse in alle Richtungen offen sein, sagt Binggeli. Das Geschäft mit Elektrovelos sei kapitalintensiv und man schreibe rote Zahlen. Primär seien strategische Investoren gesucht, um «das weltweit riesige Marktpotenzial ausschöpfen zu können».

Für den Sportartikelhersteller Scott «stellt Bergamont die ideale Ergänzung des Portfolios im Bereich Fahrräder dar», wird CEO Beat Zaugg zitiert. Er hat die in den USA gegründete Scott-Gruppe 2005 ganz übernommen. Diesen Februar ist der südkoreanische Youngone-Konzern mit 50,1 Prozent eingestiegen. Scott erwirtschaftet einen Umsatz von über 400 Millionen Franken und beschäftigt weltweit 700 Mitarbeitende, 200 davon in Givisiez.