Noch 2010 tönte es sehr optimistisch beim Velohersteller BMC in Grenchen: Auf der für rund 40 Millionen Franken entwickelten Produktionsanlage sollten mittelfristig jährlich bis zu 25 000 Karbon-Rahmen für Rennräder der Edelklasse unter dem Namen «Impec» gefertigt werden. Anstatt in Asien sollten die Karbonrahmen künftig in Grenchen produziert werden.

Es kam aber zu Verzögerungen und im Februar 2012 sagte der damalige BMC-Chef Thomas Binggeli, dass Leistungsfähigkeit und Rentabilität noch nicht stimmten. Der Output lag damals nach seinen Angaben bei 60 Rahmen pro Woche, im Endausbau sollten es 480 Velorahmen sein. So weit wird es nie kommen, denn BMC hat die geplante Produktion der Karbonrahmen im grossen Stil aufgegeben, wie das Fachmagazin «Velojournal» berichtet. David Heine, Global Marketing Manager bei BMC, bestätigt den Sachverhalt.

Gleichzeitig hält er fest, dass auf der Anlage weiterhin ultraleichte Rahmen aus Karbon in Grenchen fabriziert werden, allerdings auf Kundenbestellung. Die Nachfrage habe sich rückläufig entwickelt. Das wird wohl auch am Preis liegen, kosten die «Impec»-Modelle doch durchschnittlich rund 12 000 Franken.

Die vollautomatische Anlage werde – wie übrigens bereits vor sieben Monaten angekündigt – unter dem Namen Impec Advanced R&D Lab als Forschungs- und Entwicklungszentrum genutzt. Die Infrastruktur ermögliche es BMC etwa, fahrbare Prototypen innert kürzester Zeit zu bauen. Die Investition in die Anlage sei nicht verloren. «Die Anlage ist entsprechend im Einsatz.» Auf den Personalbestand habe deren Umnutzung keinen Einfluss gehabt, so Heine. In Grenchen beschäftige BMC 120 Angestellte. BMC-Hauptaktionär ist Andy Rihs. (FS)