Letzten Samstag war es so weit: Der dunkelblaue Kombi, der seit Monaten beim Viadukt auf einem kostenpflichtigen Parkfeld stand, wurde fachgerecht entsorgt, oder besser: einem guten Zweck zugeführt. In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr wurde der Wagen auf einen Transporter gehievt und weggebracht. Die Feuerwehr Grenchen ist immer wieder froh, wenn sie solche Autos für ihre Übungen verwenden kann, denn dafür ist das Fahrzeug nun vorgesehen.

Dem Wagen wurde am 23. Januar ein sogenannter «Sheriff» verpasst, eine Wegfahrsperre am linken Vorderrad. Dies nach einer längeren Zeit, während der das Fahrzeug auf einem kostenpflichtigen Parkfeld abgestellt und nie eine Parkgebühr entrichtet worden war (wir berichteten). Im Innern des Fahrzeuges fand die Polizei eine grüne Versicherungskarte mit einer Adresse. An diese Adresse sandte die Polizei ein Schreiben, auf das hingegen keine Reaktion erfolgte – ausser, dass jemand kurze Zeit später die slowenischen Kontrollschilder abmontierte.

War der Eigentümer doch hier?

Das az Grenchner Tagblatt hatte den «Fall» vor rund zwei Wochen publik gemacht, und das hat möglicherweise den unbekannten Besitzer des Fahrzeuges noch zusätzlich aufgescheucht. Die Polizei hatte zwar einen Verdacht, wer Eigentümer des Kombis sein könnte, vermutete den Parksünder aber in südlicheren Gefilden. Offenbar war dieser aber doch in der Gegend, oder wurde wenigstens über die Vorkommnisse in Grenchen informiert und gab jemandem vor Ort entsprechende Anweisungen. Ob er glaubte, mit dem Abmontieren der Kontrollschilder, die von der Polizei sicherlich längst registriert worden sind, seine Identität verbergen zu können, bleibt offen.

Man habe daraufhin die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und diese gab schliesslich grünes Licht für die Entsorgung, erklärt Robert Gerber, Kommandant der Stadtpolizei. Klar ist aber, dass der Halter des Fahrzeuges noch immer mit einer saftigen Busse rechnen muss. Denn keine der ausgestellten Bussen wurde bezahlt. Und es ist wohl auch davon auszugehen, dass die Entsorgung des Fahrzeugs auch nicht gratis erfolgt ist und vom fehlbaren Parksünder ebenfalls berappt werden muss, selbst wenn das Fahrzeug nun einem guten Zweck dient.