Fasnacht
Bitteres Ende für die Grenchner Fasnachtsgugge «Witijätter»

Kurz vor Hilari wurde in Insiderkreisen bekannt, dass sich die Grenchner Guggenmusik «Witijätter» aufgelöst hat und an der bevorstehenden Fasnacht nicht auftritt.

Oliver Menge
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Kinderumzug 2012: Die Witijätter waren als Witi-Waggis erfolgreich.

Kinderumzug 2012: Die Witijätter waren als Witi-Waggis erfolgreich.

Oliver Menge

«Privates wurde in den Verein hineingezogen», erklärt Erich Brugger, der inzwischen ehemalige Präsident der Grenchner Guggenmusik auf Anfrage die Gründe, warum es zu diesem drastischen Entscheid gekommen war. Ein Streit – oder besser Unstimmigkeiten unter den letzten acht Mitgliedern hatten zum Bruch geführt. Ein Teil von ihnen habe angekündigt, dass sie dieses Jahr lieber pausieren wollten.

An einem Probeweekend sei es dann zum Krach gekommen und Brugger berief daraufhin eine ausserordentliche Generalversammlung des Vereins ein. An dieser GV wurde die Auflösung beschlossen.

Es sei halt wie in jedem Verein, sagt Brugger: Der Eine mag den anderen nicht und umgekehrt. Das Hauptproblem seien private Differenzen gewesen, über die er sich aber nicht näher äussern will. Aber: «Es macht einfach keinen Sinn, mit nur vier Erwachsenen und vier Kindern als Guggenmusik an einer Fasnacht aufzutreten. Und da meine Frau Manuela die musikalische Leiterin, keine Lust mehr hatte, wieder bei fast Null zu beginnen, beschloss sie, ihren Job an den Nagel zu hängen.»

Nicht der erste Knatsch

Es war nämlich nicht der erste Knatsch, den man bei den Witijättern auszuhalten hatte: Bereits zwei Mal innerhalb der letzten fünf Jahre habe es gekracht im Verein, sieben Mitglieder hätten die Gugge damals in der Folge verlassen, erzählt Brugger. Auch er habe jetzt keine Lust mehr, wie damals neue Mitglieder zu suchen. «Ich werde mit meiner Familie in die Skiferien fahren und die Grenchner Fasnacht dieses Jahr ganz ausfallen lassen.»

Die Witijätter sahen auch schon bessere Zeiten: Sie wurden am 11. Dezember 2006 von acht Fasnachtsverrückten gegründet. Zwar spielten damals einige noch in anderen Guggenmusiken, weshalb erst im Sommer 2007 mit den ersten Proben begonnen wurde. Die Gugge gewann an Bekanntheit und zählte in Spitzenzeiten 13 Erwachsene und etliche Kinder.

Was die verbliebenen – besser ehemaligen Mitglieder jetzt machen, ist unklar. «›Ein Teil wird das Interesse bei anderen Guggenmusiken anmelden, um dort mitzuspielen. Ein Teil wird wohl pausieren», sagt Brugger.

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