Staad

Bis zur Realisierung des Hafenparks Staad ist es noch ein langer Weg

Das kürzlich von Unternehmer Willi Gyger vorgestellte Projekt für einen Bootshafen mit Wohnüberbauung muss noch einige Hürden bis zur Realisierung nehmen. Diese zu überwinden wird schwierig aber nicht unmöglich.

«Wir sind bereit, die Umsetzung des Projektes planerisch zu begleiten, wenn es einem Bedürfnis entspricht», erklärt Jürg Vifian, stellvertretender Stadtbaumeister, auf Anfrage. Zumindest was den Bootshafen betrifft, sei dieses Bedürfnis schon dokumentiert, existierte doch während mehrerer Jahre ein Hafenprojekt bei der Fischerhütte, welches am Ende nur daran scheiterte, dass sich Investor und Stadt nicht über die Verteilung des unternehmerischen Risikos einig wurden.

Komplexes Verfahren

Im Fall des «Hafenparks Staad», wie das Projekt von Willi Gyger informell heisst, würde dieses ein komplexes Verfahren in Gang setzen. Denn gleich drei Zonen überlagern sich an diesem Ort: Landwirtschaftszone, Witi-Schutzzone und kantonale Uferschutzzone. «Das heisst, ohne Einbezug des Kantons läuft nichts«, erklärt Vifian. Das neue Raumplanungsgesetz verlange zudem Kompensationen bei Einzonungen.

Planerisch ist laut Vifian beispielsweise denkbar, dass das Gebiet, wo der Hafen bis anhin projektiert war, wieder aus der Planung fällt. Kompensationen durch Wohnzonen auf dem Stadtgebiet dürften hingegen eher schwierig werden.

Da die Stadt ohnehin demnächst mit einer Ortsplanungsrevision beginnt, scheine es sinnvoll, das Projekt in diese Revision einfliessen zu lassen – «sofern der politische Wille dafür besteht».

Politik muss sich äussern

Diese Frage muss zuerst geklärt werden. In einer ersten Reaktion sprach sich die SP dagegen und die SVP dafür aus. Und die politische Mitte? Andreas Kummer, Fraktionschef (CVP/GLP), outet sich persönlich als Befürworter. «Ich bin immer dafür zu haben, wenn jemand eine Vision in Grenchen realisieren will, die der Stadt auch etwas bringt. Das scheint mir in diesem Fall gegeben.»

Auch Stadtpräsident François Scheidegger (FDP) zeigt sich vorsichtig befürwortend. «Dass der Unternehmer Willi Gyger weiter in Grenchen investieren will, freut mich. Die vorgelegte Projektidee ist interessant und prüfenswert.» Allerdings seien die rechtlichen Hürden für eine Realisierung hoch und es sei mit einem langwierigen Verfahren mit unsicherem Ausgang zu rechnen, meint auch Scheidegger. Es werde insbesondere auch eine sorgfältige Güterabwägung zwischen «sehr kontroversen Interessen» nötig. «Zudem müsste ein Bootshafen dem erklärten Willen der Staader Bevölkerung entsprechen», sagt der Stapi. «Sehr viele Unwägbarkeiten also, dabei liesse sich nur wenige hundert Meter flussabwärts bereits heute ein Bootshafen realisieren …»

Staader direkt informieren

Was die Meinung der Staader betrifft, so plant Willi Gyger nach dem Sommerferien eine Informationsveranstaltung. «Ich möchte die Leute in den ‹Sunnepark› einladen und mit Ihnen über das Projekt sprechen», erklärt Gyger.

Auch er möchte nicht entgegen dem Willen der Bevölkerung planen. Es sei ihm aber ein Anliegen, Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen, wenn es dereinst in Staad vielleicht einmal weniger Landwirtschaftsbetriebe gebe als heute. Es sei ihm überdies bewusst, dass es um einen sehr langen Zeithorizont gehe. «Ich denke langfristig. Beim längsten Projekt, das ich realisiert habe, ging es von der ersten Idee bis zur Umsetzung 26 Jahre.

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