Sichere Städte
Bis 2025 soll die Stadt Grenchen sicherer werden

Zusammen mit 33 anderen Gemeinden nimmt Grenchen an einer Studie über Sicherheit teil. Die Evaluation der Studie kostet die Stadt 5000 Franken und man will damit eine differenzierte, unabhängige Aussensicht auf Grenchen erhalten.

Claudia Hofer
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Kommandant der Stadtpolizei Robert Gerber auf dem Marktplatz in Grenchen. Dank der Umnutzung und den veränderten Platzverhältnissen können nebst dem Wochenmarkt (Dienstag und Freitag) auch Veranstaltungen und Feste auf dem Platz stattfinden.

Kommandant der Stadtpolizei Robert Gerber auf dem Marktplatz in Grenchen. Dank der Umnutzung und den veränderten Platzverhältnissen können nebst dem Wochenmarkt (Dienstag und Freitag) auch Veranstaltungen und Feste auf dem Platz stattfinden.

Claudia Hofer

«Als ich noch Partys besuchte – damals hiessen sie Feste – war man um 20 Uhr dort und spätesten um 2 Uhr morgens wieder im Bett», erinnert sich Robert Gerber, Kommandant der Stadtpolizei, an sein Nachtleben und vergleicht es mit der heutigen Situation: «Richtig los geht es doch erst um Mitternacht und um 4 Uhr sind die Partygänger noch lange nicht müde.» Das veränderte Ausgehverhalten ist einer von vielen Punkten in der Erhebung des Schweizerischen Städteverbandes (SSV) in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Ernst Basler + Partner zur «Sicherheit Schweizer Städte 2025» (vgl. Kasten).

Grenchen sieht sicherheitstechnis Handlungsbedarf

Die Spannweite rund um das Thema Sicherheit in Städten reicht weit: von Störungen im öffentlichen Raum bis hin zu Umweltgefahren sowie Gewalt und Terror. Wegen des hohen Ausländeranteils wird Grenchen gerne als hoch kriminelles Pflaster abgestempelt. Dem widerspricht Gerber und verweist auf den kantonalen Vergleich der Häufigkeitsrate an Straftaten in den Gemeinden. Trotz vergleichbarer Einwohnerzahlen zwischen Grenchen, Solothurn und Olten, ereignen sich in der Barock- und Dreitannenstadt ein Mehrfaches an Straftaten gegenüber der Uhrenstadt. Grenchen sieht dennoch sicherheitstechnisch Handlungsbedarf im urbanen Raum und nimmt an der schweizweiten Erhebung teil.

Ein Schnäppchen für Grenchen

«Selten bekommt man so günstig fundierte Verbesserungsvorschläge»,

Projekt: «Sichere Schweizer Städte 2025»

Die Sicherheitsbedürfnisse von Städten und urbanen Gemeinden verändern sich laufend. Faktoren wie das veränderte Ausgehverhalten, gesteigerte Mobilität sowie die soziale Durchmischung in Quartieren wirken sich auf die Sicherheitslage aus. Deshalb hat der Schweizerische Städteverband (SSV) mit der Firma Ernst Blaser + Partner (EBP) eine Studie zur Veränderung der Sicherheitslage Schweizer Städte im 2025 lanciert. Die Firma Ernst Blaser + Partner ist ein erfolgreiches Ingenieur-, Planungs- und Beratungsunternehmen. 34 Städte und Gemeinden beteiligen sich an der Evaluation, darunter auch Grenchen, Solothurn und Olten. Neben strukturellen, technischen und gesellschaftlichen Veränderungen werden auch naturbedingte Gefahren, wie die Auswirkungen des Klimawandels, in der Erhebung berücksichtigt. In einem umfassenden Schlussbericht, der im Frühjahr 2013 veröffentlicht wird, fasst die Projektleitung von «Sichere Schweizer Städte 2025» alle Ergebnisse zusammen. Die Pilotstädte erhalten dann eine Übersicht, welche Herausforderungen und Entwicklungen in den nächsten 10 bis 20 Jahren ihren urbanen Raum prägen werden. Die Kosten des Projekts tragen mehrheitlich der SSV und der Basler Fonds von EBP, sowie die beteiligten Pilotstädte anteilsmässig gemäss Einwohnerzahl. (CHF)

«Sicherheitslücken sollen frühzeitig erkannt und behoben werden.» Gerber betont, dass hier die Zusammenarbeit mit Sozialamt und Baudirektion sehr wichtig sei. «Nicht nur die Stadtpolizei trägt zur Sicherheit Grenchens bei.» Als Beispiel für eine gute Zusammenarbeit nennt er Konflikte in der Schule: «Wir wollen keine Namen, aber wenn es auf dem Pausenhof brodelt, ist ein frühzeitiger Austausch mit der Schulsozialarbeit wichtig», erklärt Gerber, «damit rechtzeitig Massnahmen ergriffen werden können.»

Das Projekt «Sichere Schweizer Städte 2025» blickt auch in die Zukunft. Darum mussten sich die Pilotstädte betreffend der heutigen Sicherheit und den veränderten Bedingungen bis 2025 einschätzen. Ein Themenfeld umfasste zum Beispiel städtebauamtliche Probleme. Wie ist die Gefährdung aufgrund fehlender Übersicht im öffentlichen Raum heute – welche Relevanz hat das 2025? Damit die Studie für Grenchen möglichst aussagekräftig ist, hat Gerber die betreffenden Punkte mit der Stadtplanung besprochen, ebenso Themen rund um die soziale Sicherheit mit den Sozialen Diensten.

Zusammenarbeit ist wichtig

Ein Paradebeispiel für die Kooperation zwischen Baudirektion und Polizei ist die Umgestaltung des Marktplatzes. «Ästhetik und Design dürfen nicht vor Zweckmässigkeit und Sicherheit kommen», findet Gerber. So wurde im Jahr 2000 gemeinsam mit der Baudirektion der Marktplatz umgestaltet. Verwinkelte Ecken, Gebüsche und 40 Parkplätze wichen einer überschaubaren, geräumigen und vielseitig nutzbaren Fläche.

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