Kulturnacht

Bilanz der Kulturnacht in Grenchen ist positiv

Ueli Schmezer war einer der «Stars» 2010.  Manuela Jaeggi-Wyss

Ueli Schmezer war einer der «Stars» 2010. Manuela Jaeggi-Wyss

Das Thema «blau» hat sich laut den Organisatoren bewährt. Für die Kulturnacht 2012 ist man bereits in den Startlöchern, wenigstens in den Köpfen.

Die Kulturnacht des letzten Jahres gehört der Vergangenheit an, die Organisatoren ziehen eine durchwegs positive Bilanz. So sagt die Leiterin des Standortmarketings, Kultur, Sport und Chefin des Organisationskomitees, Barbara Pestalozzi Kohler: «Unser Ziel, Grenchen an einem Nachmittag und Abend ganz der Kultur zu widmen, ist letztes Jahr gelungen.

Das Thema «blau», der blaue Faden, der sich durch die gesamte Kommunikation, Plakate, Flyer, Programm, aber auch durch die Veranstaltungsorte und die Beleuchtung zog, wurde gut aufgenommen. Die Zahl der Besucherinnen und Besucher von rund 1000 Personen ist sehr erfreulich.» Es sei eine facettenreiche und spannende Kulturnacht gewesen, eine gelungene Synthese zwischen einheimischem Kulturschaffen und attraktivem kulturellem Wirken von ausserhalb – aus dem Kanton, der Schweiz und darüber hinaus. Ihrer Meinung nach macht die Mischung das Geheimnis des Erfolgs aus: «Das Besondere an Kulturnächten ist die Dichte des Angebots. Parallele Veranstaltungen bedingen, dass die Besucherinnen und Besucher auswählen müssen.» Und das Angebot sei überaus interessant gewesen. Zum einen die regionalen Kulturtätigen wie Iris Minder mit ihren Theaterleuten und -produktionen, die Band Chickenhouse, das Stadtorchester, Marc Reist sowie Kulturschaffende aus Grenchen und der Region. Zum anderen seien weitere bekannte Namen und Gruppen aufgetreten, die das Publikum angezogen hätten. Im musikalischen Bereich zum Beispiel Ueli Schmezer mit «MatterLive».

«Hineinschnuppern in Auftritte, einen Augenschein nehmen, vielleicht auch Ungewohntes kennen lernen, dazu sollte ebenfalls Gelegenheit sein», sagt Pestalozzi.

Blau sehr geeignet

Weitgehend alle Altersgruppen seien auf ihre Rechnung gekommen. Die Organisatoren hätten vielen Interessierten gerecht werden können. Und das Thema «blau» sei als verbindendes Element sehr geeignet gewesen, Verschiedenes unter einen Hut zu bringen. Ein nächstes Mal werde man den Fokus zusätzlich noch stärker auf Jugendliche und junge Erwachsene legen. «Die Grenchner Kulturszene hat hier einiges zu bieten, wie wir auch anlässlich der Verleihung des Nachwuchsförderungspreises gesehen haben», meint Pestalozzi. «So nimmt man vielleicht mit Staunen zur Kenntnis, dass Hip-Hop gefällt, auch wenn man nicht mehr der eigentlichen Zielgruppe entspricht», bemerkt sie.

Das sinnvolle Nutzen von Synergien sei ihr ein Anliegen, sagt sie. Die Zusammenarbeit und das Zusammenwirken der kulturell tätigen Institutionen und Vereine helfe im Grunde allen. Davon werde man auch für eine zukünftige Ausgabe einer Kulturnacht profitieren können. Sie hätten spezielle Angebote der verschiedensten Sparten zeigen können und durch eine konzertierte und zentrale Kommunikation habe man eine grosse Wirkung erreicht: Es sei weitherum bekannt gewesen, dass in Grenchen eine grosse Kulturnacht stattfinde, dies hätten auch die vielen auswärtigen Besucher deutlich bewiesen. «So ein Erfolg macht Mut und weckt Freude, weitere Kulturnächte zu gestalten», sagt Pestalozzi, lässt aber auch durchblicken, dass das Organisationskomitee manchmal fast an seine Grenzen gestossen sei, was die Arbeitsbelastung betrifft.

Auch finanziell habe die Kulturnacht 2010 positiv abgeschlossen: «Wir hatten grosses Glück. Auch wenn viel Eigenleistung seitens Standortmarketing, Kultur und Sport, der beteiligten Kulturveranstalter und -häuser sowie von Ehrenamtlichen eingeflossen ist, braucht eine breit gefächerte Kulturnacht mit dem entsprechenden Marketing und der notwendigen Kommunikation eine finanzielle Basis». Rund 70000 Franken waren es 2010, die Hälfte davon hat die Stadt bezahlt, die andere Hälfte haben Sponsoren, Stiftungen und Mäzene beigetragen.

Planung beginnt schon jetzt

Nun gehe es darum, die Planung für die Ausgabe 2012 in Angriff zu nehmen – 2011 wird es keine Kulturnacht geben –, und da sei es doch sehr hilfreich, dass man bereits über Erfahrungen verfüge. «Die Strukturen und Abläufe sind vorhanden und bekannt.» Die Organisation der letztjährigen Kulturnacht sei sehr aufwändig gewesen, aber jetzt bestehe eine Basis, auf der man weiterarbeiten könne. Die ersten informellen Gespräche seien bereits geführt worden, aber es gehe jetzt erst einmal darum, sich gedanklich ein Konzept zurechtzulegen.

Theater, Musik und – viel – mehr werden sicherlich wieder eine wichtige Rolle spielen. «Grenchner Kulturschaffende werden ihren Platz haben, aber auch externe Künstlerinnen und Künstler», so Pestalozzi. Man wolle zum Beispiel neue Kombinationen von bildender Kunst und Wort-Kunst ausprobieren. Aber die eigentliche Projektarbeit, die Gespräche im Team, würden erst im Frühjahr dieses Jahres starten.

«Wichtig wird aber auch bei einer Neuauflage der Kulturnacht 2012 ein blauer – oder vielleicht roter – Faden sein. Das Ganze soll erkennbar zusammenhängen.»

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