1. August

«Big Bang» am Seenachtsfest will dieses Jahr den Rekord brechen

Dieses Jahr soll das Feuerwerk noch spektakulärer werden. Oliver Menge

Dieses Jahr soll das Feuerwerk noch spektakulärer werden. Oliver Menge

Das Seenachtsfest am Sonntag verspricht, einmalig und spektakulär zu werden. Über 60 000 Besucher werden auf Booten oder Boden im Seebecken erwartet. Das Feuerwerk wird dieses Jahr noch länger dauern.

Bereits letztes Jahr kratzten die Organisatoren mit 27 Minuten Länge des Feuerwerks in der Bieler Seebucht am «Schweizer Rekord». Mit 30 Minuten wird man ihn in diesem Jahr wohl knacken. Fiorella Linder, Marketing und Sponsoring-Verantwortliche der Organisatoren spricht denn auch von einem «Traum» der Verantwortlichen. «In den letzten Jahren war für uns ein Feuerwerk, das 30 Minuten dauert, so etwas wie ein Traum.» Und ob es in der Schweiz noch längere Feuerwerke gebe, das wisse sie nicht, zumindest kenne sie keines.

Auch Musik ist wichtig

Aber nicht nur die Dauer sei von Bedeutung, auch bei den Effekten wolle man dieses Jahr zulegen und das Publikum mit Feuerpalmen und Spezialraketen zum Erstaunen bringen. Nebst dem fulminanten Schlussbukett wird neu auch in der Mitte des Feuerwerks ein Highlight stattfinden.

Zum Feuerwerk wird die passende Musik über den Regionalsender Canal 3 ausgestrahlt. Die zusätzlichen drei Minuten und neuen Effekte kosten etwas: Ziemlich genau 5000 Franken mehr als letztes Jahr. Bei einem Gesamtbudget von 120000 Franken fürs Seenachtsfest, davon alleine 75000 Franken fürs Feuerwerk, macht das nicht allzu viel aus.

Wäre es also denkbar, auf dem See in ein paar Jahren ein Feuerwerk von einer Stunde Länge oder mehr zu erleben? «Wir haben mit einer halben Stunde die Grenzen langsam erreicht», meint Linder. Denn nicht zuletzt sei es auch eine Frage der Materialmenge, die auf den See gebracht werden müsse. Aktuell seien zwei vollgeladene Barken ausreichend, bei einer Verlängerung müsste dann schon eine dritte ins Auge gefasst werden.

Organisation durch Freiwillige

Das weithin sichtbare Feuerwerk auf dem See ist die eine Attraktion, das Festgelände am Bieler Strandboden die andere. Die Organisatoren erwarten hier rund 20000 Leute. Einerseits gibt es dort eine klar abgegrenzte Zone, auf der selbst mitgebrachtes Feuerwerk abgebrannt werden kann – ausserhalb dieser Zone ist dies überall strikt verboten – andererseits kann man sich an rund 80 Marktständen verpflegen und Souvenirs erstehen. Die Einnahmen tragen dazu bei, dass auch in den nächsten Jahren Feuerwerke stattfinden können.

Seit 16 Jahren wird das Feuerwerk nicht mehr von der Stadt Biel organisiert und finanziert, sondern von einer Gruppe Freiwilliger. Das meiste Geld kommt von Firmen, die den Anlass unterstützen. Ebenfalls wird ein Pin des Seefestes verkauft, der zum Eintritt ins Bieler Strandbad berechtigt – besonders interessant für jene, die die lauten Kracher um sich herum nicht lieben.

Hunderte Boote auf dem See

Nebst den rund 60000 Personen rund um den See werden wiederum viele Leute von Booten und Schiffen aus das Spektakel verfolgen. Für die Sicherheit auf dem See ist die Seepolizei zuständig, die rund um die Barken, von denen aus das Feuerwerk gezündet wird, für einen Sicherheitsabstand sorgen. Zu diesem Zweck werden weithin sichtbare, gelbe Bojen gesetzt, die das Areal um die Barken klar abgrenzen, das unter keinen Umständen von Bootsführern befahren werden darf.

Besonders nach dem Feuerwerk ist Vorsicht geboten, weil nach dem obligaten gemeinsamen Signalgeben nach dem Schlussbukett und den Schlussknallern, wollen die meisten Bootsführer so schnell als möglich nach Hause. Die Seepolizei verzeigte in den letzten Jahren immer wieder mehrere Bootsführer, weil sie alkoholisiert waren, Positionslichter und Rettungsmaterial fehlte oder weil andere Vergehen begangen wurden.

Eine andere Möglichkeit, das Feuerwerk vom See aus zu betrachten, ist die Fahrt mit einem der sechs Schiffe der Bielersee-Schiffahrtsgesellschaft. Laut Elisabeth Beyeler von der BSG sind zwar alle Schiffe längst ausgebucht, Einzelne Aussentickets können aber noch bis Sonntag direkt an der Kasse bezogen werden, nach dem Motto «es het, solang’s het». Reservationen sind nicht möglich.

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