Bielersee Schifffahrtsgesellschaft
BSG begeht den baldigen Saisonstart mit einer Ausfahrt der ganzen Flotte

Zwar noch ganz ohne Passagiere liefen am Donnerstag alle Schiffe der Bieler Schiffsfahrtgesellschaft (BSG) aus, um sich auf dem See zu präsentieren. Am Montag geht's los mit dem Sommer – gerade rechtzeitig mit den Lockerungen.

Oliver Menge
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Ausfahrt der gesamten BSG-Flotte vor dem Saisonstart.

Ausfahrt der gesamten BSG-Flotte vor dem Saisonstart.

Oliver Menge

Am kommenden Montag, 31. Mai, startet die Bielersee Schifffahrt in den Sommer und ist wieder täglich auf dem ganzen Streckennetz anzutreffen. «Ab Montag tritt der neue Fahrplan in Kraft», erklärt Thomas Mühlethaler, der Geschäftsführer der Bielersee Schifffahrtsgesellschaft BSG. Bis jetzt und noch das kommende Wochenende sind die Schiffe der BSG sowohl auf der Aare als auch auf dem Bielersee nur am Wochenende unterwegs. Auch die Dreiseenfahrt nach Neuenburg und Murten wurde nur Samstag und Sonntag durchgeführt.

Die gesamte Flotte der BSG in Formation auf dem Weg entlang des Bielersees.

Oliver Menge

Im Frühsommerfahrplan vom 31. Mai bis zum 2. Juli werden alle Kurse zu den gleichen Zeiten wie bisher durchgeführt, jetzt aber täglich. Dazu kommt ein Abendkurs von Biel nach Erlach jeweils am Wochenende.

«Der Start in den Sommer kommt gerade zum rechten Zeitpunkt»,

sagt Mühlethaler. Denn ab Montag gelten die neuen Erleichterungen des Bundesrates auch für die Schifffahrt: «Wir werden auf jedem Schiff einen Saal mit Restauration anbieten können, mit den gleichen Regeln, wie sie überall in der Gastronomie gelten: Vierertische und Registrierung der Gäste.» Was hingegen die allgemeine Maskenpflicht angehe, die ja bisher auch auf den Oberdeck im Freien Gültigkeit hatte, sei noch nicht ganz klar, wie dort verfahren werde. «Diesbezüglich ist man noch in Verhandlungen seitens des Verbands mit dem BAG und wir werden kommunizieren, was Sache ist, sobald wir die gültigen Regeln schriftlich vorliegen haben.» Solange das nicht geregelt sei, gelte nach wie vor Maskenpflicht, wie überall im öV.

Sieben der neun Schiffe - zwei Nachzügler folgen.

Sieben der neun Schiffe - zwei Nachzügler folgen.

Oliver Menge

Ebenfalls noch nicht klar seien die Eventfahrten: Die BSG hat eine ganze Reihe solcher Fahrten geplant und auch einige Musikgruppen eingeladen, wie zum Beispiel die Berner Mundartrocker «Span». «Auch hier werden wir abwarten müssen, was die Lockerungen im Eventbereich für uns konkret bedeuten.» Man werde das im Detail anschauen müsse, sagt Mühlethaler.

Nächsten Mittwoch feiert die MS Siesta übrigens ihren 30. Geburtstag. Die BSG will an diesem Tag auf der Aare etwas Spezielles durchführen zu Ehren des Jubilars - nähere Infos werden auf der Webseite www.bielersee.ch bekannt gegeben.

Ein blaues Auge und düstere Aussichten

Letztes Jahr sei die BSG mit einem blauen Auge davongekommen, sagt der Geschäftsführer der BSG: «Einerseits hat die Ertragsausfallsversicherung bezahlt, die jeweils auch bei Hochwasser zum Zug kam. Andererseits wurde die BSG in der Krise von Bund und Kanton mit Beiträgen unterstützt.» Die Versicherung habe jetzt allerdings den Vertrag im Schadenfall gekündigt. Das Personal habe von der Kurzarbeit profitieren können und für einen Teil gelte das auch weiterhin. «Wir mussten niemanden entlassen, sondern haben sogar zwei neue Leute angestellt. Dies im Hinblick auf bevorstehende Pensionierungen.» Die Ausbildung zum Schiffsführer dauere vier Jahre, bis man alle Schiffe fahren dürfe 12 bis 14 Jahre, deshalb müsse man vorausschauend planen.

Die neun Schiffe aus der Vogelperspektive.

Die neun Schiffe aus der Vogelperspektive.

Oliver Menge

Für dieses Jahr sieht Mühlethaler aber schwarz - oder besser gesagt tiefrot. «Wenn wir keine Unterstützung erhalten, haben wir Ende Jahr ein echtes Problem. Das Budget ist tiefrot und wir würden eine massive Unterbilanz ausweisen.» Rechtlich sei das nicht mehr tragbar und müsste mit einer Kapitalerhöhung, einem Aktiensplitting oder ähnlich aufgefangen werden. Deshalb hoffe er auf einen schönen Sommer mit vollen Schiffen.

Auch die beiden Gastrobetriebe der BSG, «Joran» am Hafen und «the Dock» am Bieler Strandboden, hätten ein schwieriges Jahr hinter sich, sagt Mühlethaler. Man habe versucht, das Beste aus der Situation zu machen. «Wir haben, sobald das möglich war, die Terrassen geöffnet. Nun hoffen wir, dass mit den Erleichterungen auch mehr Kundenfrequenz erreicht werden kann.»

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