Die Petersinsel, Flaggschiff der Bielersee Schifffahrtsgesellschaft, war am Montag fast bis auf den letzten Platz besetzt: 130 Aktionäre, welche 297 333 Stimmen – 58,3% der Gesamtstimmen – vertraten, liessen sich durch Verwaltungsratspräsident Erich Fehr, dem Bieler Stadtpräsidenten, über das vergangene Jahr der BSG informieren. «2014 war kein erfreuliches Jahr», meinte dieser denn auch gleich zu Beginn der Versammlung. Das schlechte Wetter in der Hochsaison, eine Hochwasserperiode, welche die Gesellschaft zwang, die Schifffahrt auf der Aare während 27 Tagen einzustellen – all das habe das Geschäft massgeblich beeinflusst.

Es sei unter diesen Umständen erfreulich, dass man trotz der widrigen Umstände wirtschaftlich ein befriedigendes Ergebnis habe erzielen können. «Wir operieren jetzt schon im fünften Jahr ohne Beiträge der öffentlichen Hand und können zum vierten Mal einen kleinen Gewinn erzielen.» Mit Blick in die Zukunft meinte Fehr: «Die immer häufigeren Hochwasser machen Sorge. Und was wir an Versicherungsleistungen dafür bekommen, ist ein Trostpflaster.»

Das letzte Jahr sei nicht zuletzt wegen der ständigen Optimierungsbemühungen in allen Bereichen und neuen Angeboten befriedigend ausgefallen. Die Abgeltungen aus GA und Halbtax seien aufgrund der guten Frequenzen in den Vorjahren grosszügig ausgefallen, könnten in Zukunft aber zurückgehen. Die Lage sei zwar gut, aber man werde in nächster Zeit sicherlich keine neuen Investitionen – bspw. in ein neues Schiff – tätigen.

Fehr unterstrich die wichtige Rolle der BSG als Rückgrat und Leistungsträgerin für den Tourismus, wichtig auch für die in der Region lebenden Menschen. Man überrasche immer wieder mit neuen Angeboten, wie dem Literaturschiff, das werde vom Publikum sehr geschätzt.

Für Direktor Fredy Miller ist das Thema Hochwasser das «Grexit» der Schifffahrt. 27 000 Frequenzen habe man letztes Jahr alleine auf der Aare verloren deswegen, bei gleichbleibenden Fixkosten. Diese existenzbedrohende Situation erfordere in Zukunft einen politischen Diskurs, denn die Schifffahrt sei in der Entscheidungskaskade momentan an letzter Stelle, sagte Miller. In den Monaten Juli und August verzeichnete man einen Rückgang bei den Passagieren von 30% im Vergleich zum Vorjahr. Und dennoch konnte man den Erlös pro Passagier von Fr. 9.60 auf über 10 Fr. steigern. Nach der erfolgreichen Einführung des Libero-Tarifverbundes habe man feststellen müssen, dass die BSG als touristischer Leistungsträger zu wenig integriert sei. Für die nächste Saison strebe man eine Lösung in Form eines Tarifverbundes mit Libero an.

Bei den Extrafahrten verzeichnete man für 2014 eine leichte Zunahme und eine Kundenbefragung habe ausgezeichnete Resultate erbracht, insbesondere bei der Tochtergesellschaft Bielersee-Gastro AG. Miller dankte an dieser Stelle den Mitarbeitern der BSG, ohne deren Einsatz ein solches Jahr nicht möglich gewesen wäre.

Bei einem Betriebsaufwand von 5 595 627 Fr. und total Nettoerlösen von 5 809 032 Fr. beträgt das Jahresergebnis nach Steuern, Zinsen und ausserordentlichen Aufwänden bzw. Erträgen 48 761 Franken, die auf die neue Rechnung vorgetragen werden.

Die Versammlung genehmigte den Jahresbericht und die Rechnung einstimmig und erteilte dem Verwaltungsrat Décharge.