Tissot-Arena

Biel bricht mit Solaranlage auf Stadiondach Weltrekord

Energie Service nimmt das weltweit grösste Stadion-gebundene Solarkraftwerk in Betrieb. Auf dem Dach der Tissot-Arena in Biel befindet sich eine Solaranlage, mit der man 2000 Raclette-Öfeli gleichzeitig aufheizen könnte.

«Mit dem Strom, den wir hier mit dieser Anlage jährlich produzieren, könnte man die gesamte Schweizer Bevölkerung an einem Abend mit Raclette verköstigen», scherzte Heinz Binggeli, Direktor des Energie Service Biel ESB, anlässlich der Inbetriebnahme der neuen Solaranlage auf dem Dach der Tissot-Arena in Biel.

Die Anlage hat beeindruckende Eckdaten: 16 500 Quadratmeter Bruttodachfläche, 8100 Solarmodule, die jährlich im Schnitt eine Leistung von 1,9 Millionen Kilowattstunden produzieren. Damit können rund 480 Haushalte mit Strom versorgt werden. Oder, wie Binggeli es anhand der «Masseinheit Raclette-Öfeli» erklärte: «Mit der täglich produzierten Menge an Energie könnte man etwa 2000 Raclette-Öfeli gleichzeitig aufheizen.» Der Energie Service Biel/Bienne als Eigentümer des Solarkraftwerkes setze damit ein weiteres Zeichen im Sinne der Energiewende.

«3, 2, 1, go!»:  Inbetriebnahme der Solarkraftwerk Tissot-Arena Biel.

«3, 2, 1, go!»: Inbetriebnahme der Solarkraftwerk Tissot-Arena Biel.

Mit der stadionintegrierten Solaranlage auf dem Dach der Tissot-Arena bricht Biel den Weltrekord. Nirgendwo anders wird auf einem Stadion so viel Sonnenenergie produziert – darauf sei der ESB als Bauherr und Eigentümer stolz, sagte Binggeli. Der ESB hat rund 3 Millionen Franken in das Solarkraftwerk investiert.

Die Solarzellen funktionieren auch bei bewölktem Wetter, Nebel und Schneefall. Dank der Ost-West-Ausrichtung der Panels wird die berüchtigte «Solarspitze» über Mittag vermieden und das lokale Stromnetz entlastet. Das Solarkraftwerk sei auch vollumfänglich gegen Ertragsausfall und Betriebsschäden versichert, erklärte Binggeli.

Firma aus Luterbach

Für den Bau des Rekord-Solarkraftwerkes hat im Dezember 2014 die Helion Solar AG aus Luterbach in einer öffentlichen Ausschreibung den Auftrag erhalten. Danach ging es Schlag auf Schlag: Die Übernahme des Daches durch den ESB sowie die Montage des ersten Solarpanels erfolgten im Mai 2015 – fast zum geplanten Zeitpunkt, wie Binggeli sagte. «Wir konnten ja nicht das Dach in Beschlag nehmen, bevor es fertig war, es gab aber nur wenige Tage Verzögerung.

Die Inbetriebnahme am 14. Juli 2015 bildete nun den krönenden Abschluss des Erfolgsprojektes, das allerdings schon vor Jahren begonnen hat, wie Binggeli erklärte: Bereits 2007, kurz nach der Abstimmung zum neuen Stadion, hatte der ESB das Projekt aufgegleist und 2008 die kostendeckende Einspeisevergütung KEF beantragt.

Frank Zachao von Helion Solar AG und Davide Crotta, Projektleiter erneuerbare Energie beim ESB, hatten die Ehre, mit einem Druck auf den symbolischen roten Knopf die Anlage einzuschalten. Auf einem Bildschirm, welcher auf dem Dach angebracht worden war, konnte man live mit ansehen, wie der Zeiger hochschnellte. Und für diejenigen Anwesenden, die den Akt nicht beim ersten Mal mitbekamen, wiederholten die beiden den Knopfdruck zweimal, weil das Schweizer Fernsehen noch andere Einstellungen aufnehmen wollte.

Mit der Inbetriebnahme des Solarkraftwerkes wurde auch die 32 Quadratmeter grosse Besucherplattform auf dem Stadiondach eröffnet. Der ESB bietet für das Solarkraftwerk öffentliche Führungen an, wie dies bereits für die Wasserkraftwerke in der Taubenlochschlucht, in Brügg und Hagneck der Fall ist. Eine Besichtigung des darunterliegenden neuen Eisstadions war allerdings strikte untersagt: Man steckt dort mitten in der Abnahme durch die Stadt.

Weitere Grossprojekte

Die Investition von rund 3 Mio. Franken in das Solarkraftwerk ist nur eine von mehreren grossen Investitionen des ESB in Projekte zur Förderung von erneuerbarer Energie. Er investiert zudem in Wasserkraftwerkprojekte und in Windenergie.

Mit dem Neubau des Wasserkraftwerkes Hagneck wird die Energieproduktion gegenüber heute um 35% (auf 108 GWh) pro Jahr gesteigert und gleichzeitig die Umwelt durch umfangreiche Renaturierungsmassnahmen entlastet. Die Inbetriebnahme des neuen Wasserkraftwerkes ist per Oktober 2015 geplant. Gesamthaft investiert der ESB als regionaler Energiedienstleister über 100 Mio. Franken in Produktionskapazitäten für erneuerbare Energie.

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