Bettlach
Biber nagt sich durch Bettlach und sorgt für Ärger und Arbeit

Der Biber im Bettlacher Erlimoos macht, was in seinem Naturell steckt: Er arbeitet. Bereits mussten Bäume gefällt werden. Obwohl die Bettlacher «ihren» mögen, will man die Situation in Zusammenarbeit mit dem Kanton im Auge behalten.

André Weyermann
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Ein hölzernes «Versuchsobjekt» des Bettlacher Bibers. igu

Ein hölzernes «Versuchsobjekt» des Bettlacher Bibers. igu

In den letzten Wochen musste Feuerwehrkommandant Patrick Gfeller verschiedentlich ausrücken, um Bäume zu fällen. «Schuld» daran war der im Erlimoos heimisch gewordene Biber (wir berichteten). «Aus Sicherheitsgründen mussten wir angenagte Bäume kappen, damit sie nicht bei starkem Wind unkontrolliert stürzen und eventuell Schaden anrichten können», berichtet Patrick Gfeller. Bereits sind auch Warnschilder angebracht worden. Gfeller befürchtet auch, dass bei heftigem Regen und wegen der tierischen Tätigkeit die Strasse überspült werden könnte.

Als Mitglied der Baukommission ist er denn auch tätig geworden und verlangt, in Absprache mit dem Kanton entsprechende Massnahmen zu ergreifen. Bauverwalter Titus Moser bestätigt, dass man sich bereits seit einem halben Jahr im ständigen Kontakt mit den kantonalen Behörden befinde. Diese sind zuständig, da es sich im Erlimoos um ein kantonales Schutzgebiet handelt. Bei «Gefahr im Verzug» handle man aber selbstverständlich sofort und fälle auch einzelne Bäume. Damit die Bevölkerung sehe, dass dies nicht willkürlich geschehe, lasse man jeweils den Stumpf der entsprechenden Bäume stehen.

Nur im Extremfall gefährlich

Er empfindet die Situation als nicht dramatisch, schränkt allerdings ein: «Biber sind ungemein fleissige Arbeiter. Daher kann sich das Ganze von einem Tag auf den anderen ändern und was heute noch gestimmt hat, stimmt morgen schon nicht mehr.» Die Bettlacher scheinen die umtriebigen Tiere übrigens zu mögen. Zumindest hat der Bauverwalter bisher kaum negative Reaktionen erhalten.

Die Gefahr einer Überspülung der Strasse sei zwar da. Allerdings müsste dazu wohl ein Extremereignis vorfallen und dann hätte man weit grössere Probleme zu bewältigen. Vorstellbar ist aber, dass unter Umständen die Erlimoos-Strasse gesperrt werden müsste. Dies ist für die Bettlacher jedoch nichts Ungewöhnliches. Bereits jetzt geschieht dies jeweils im Frühling beim Laichzug der Frösche.

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