Die ausgebildete Sozialpädagogin hat bisher die Kindertagesstätte Delphin in Bettlach geleitet und wird die Leitung des Lindenhauses ab kommendem Februar übernehmen. «Ich freue mich auf die neue Aufgabe und habe mich schon gut eingelebt», sagt Crausaz, die bereits seit Anfang Dezember im Lindenhaus arbeitet. Sie wolle die Arbeit von Lüthi weiterführen und für die Jugendlichen der Stadt ein vertrauensvolles Klima aufrechterhalten.

«Wir sind froh, dass wir mit Monika Crausaz eine kompetente und motivierte Fachperson für diese Aufgabe gefunden haben», sagt Bruno Meier, Co-Präsident der Interessengemeinschaft Spielplätze Grenchen (ISG).

Sie setzt als Trägerverein den Leistungsauftrag der Stadt für die Betreuung der Jugendlichen um. Dazu steht ein Budget von rund 210 000 Fr. jährlich zur Verfügung. Sie werden von einigen 1000 Franken Vereins- und Sponsoringbeiträgen ergänzt. Damit können 130 Stellenprozente finanziert werden. Monika Crausaz wird wie Regula Lüthi 70 Prozent arbeiten. Dazu kommen Mario Macia, Jugendarbeiter in Ausbildung, sowie Praktikantinnen.

Guter Draht zu Jugendlichen

«Jugendarbeit ist hauptsächlich Beziehungsarbeit», fasst Regula Lüthi ihr Wirken in den vergangenen 12 Jahren zusammen. Crausaz pflichtet bei. Dazu kommen zahlreiche organisatorische Aufgaben wie Vorbereiten und Leiten von Workshops, Präsenzzeiten bei Anlässen mit Jugendlichen und vieles mehr. Zurzeit ist Lüthi auch für den Mittagstisch im Lindenhaus verantwortlich sowie für das Angebot «Midnight Sports & Music» in der Doppelturnhalle Zentrum. Dieses Engagement (ausserhalb ihres Lindenhaus-Pensums) will sie bis auf weiteres behalten. «Ich habe einen guten Draht zu den Jugendlichen gefunden und möchte das nicht alles auf einen Schlag aufgeben», sagt sie.

Das Lindenhaus ist an Werktagen täglich für Jugendliche von 10 bis 18 Jahren geöffnet. Am Dienstag sind nur Mädchen willkommen. «Wir mussten dafür sorgen, dass auch Mädchen im Lindenhaus ihren Platz bekommen», erinnert sich Lüthi. Als sie vor 12 Jahren ihre Arbeit aufnahm, wurde das Haus vornehmlich von männlichen Jugendlichen benutzt – und manchmal auch richtiggehend in Beschlag genommen.

Das Jugendzentrum hatte einen schlechten Ruf. «Wir mussten einige Aufbauarbeit leisten, um das Vertrauen von Eltern und Jugendlichen zurückzugewinnen», erklärt Lüthi. Es sei auch eine Hausordnung etabliert worden. Alkohol und Drogen sind tabu.

Turnaround geschafft

Der Turnaround sei gelungen, bestätigt auch Meier. Das Jugendhaus werde gut benutzt. Täglich seien zwischen 12 und bis zu 40 Jugendliche in den Räumen des markanten, 1988 eröffneten Gebäudes anzutreffen, das explizit als Jugendzentrum gebaut wurde, auch dank grosszügiger Unterstützung privater Sponsoren. Beliebt sei auch die Kinderdisco, die etwa dreimal im Jahr im Keller stattfindet. Es gelte heute auch, die Jugendlichen in einem früheren Alter anzusprechen, damit sie später zu Stammgästen werden.

Mehrere Räume auf insgesamt drei Stockwerken können unabhängig benutzt werden. Inzwischen dient das Lindenhaus auch als Basis für verschiedene Vereinsaktivitäten, beispielsweise von Granges Mélanges oder für die Schüler-Guggenmusik «Schuelschwänzer». Die Räume können am Wochenende günstig gemietet werden für Feste, Familientreffen, Klassentreffen etc.

Verantwortung übernehmen

Regula Lüthi war es ein Anliegen, dass die Jugendlichen Verantwortung übernehmen, auch ausserhalb der vier Wände des Lindenhauses. «Wir haben verschiedene Aktivitäten angefangen, bei denen die Jugendlichen lernen können, was dies bedeutet.» So betreibe man beispielsweise einen Verpflegungsstand am jährlichen Weihnachtsmarkt oder sei an anderen (Sport-)Anlässen präsent. «Es wäre schön, wenn wir den Stellenetat um etwa 10 Prozent erhöhen könnten», wünscht sich Bruno Meier. Hier wäre die Politik gefordert.

Am 31. Januar wird Regula Lüthi mit einem Fest im Lindenhaus verabschiedet.