Aufgrund von geologischen Untersuchungen und einem rückläufigen Verbrauch wurden die Bezugsmengen und damit die Verteilschlüssel der Gemeinden in der Gruppenwasserversorgung Grenchen GWVG neu festgelegt - dies auf Verlangen der SWG.

An mehreren Sitzungen des Betriebsausschusses GWVG und der Bettlacher Baukommission wurde für Bettlach eine erforderliche Wasserbezugsmenge von 900 Kubikmeter pro Tag festgelegt, knapp 300 Kubikmeter weniger, als im bisherigen Vertrag von 1975.

Weil aber die Bezugsmengen aller Gemeinden die konzessionierte Wassermenge der GWVG nicht erreichen, wird die sogenannte «Überhangsmenge» prozentual auf alle Gemeinden aufgerechnet, je nach gewünschter Bezugsmenge.

Das führt für Bettlach zu höheren, jährlich wiederkehrenden Kosten von 30 000 bis 50 000 Franken, da der Anteil Bettlachs an der gesamten Bezugsmenge von 5,34% auf 9,78% steigt. Kosten, welche von der Gemeindeversammlung noch genehmigt werden müssen.

Komplexes Thema?

Der vorliegende Vertrag und die daraus resultierenden Kosten passten insbesondere dem SVP-Gemeinderat Leonz Walker wenig. Er war der Meinung, die Vorlage sei «schludrig und schlecht vorbereitet».

Das Thema sei zu komplex, um von Aussenstehenden verstanden zu werden. Grenchen sei in den 50er-Jahren als Bittsteller zu den Gemeinden gekommen, weil die Stadt zu viel Wasser hatte.

Man habe die Gruppenwasserversorgung aus Eigeninteresse unter dem Gesichtspunkt gebaut, dass die Stadt Grenchen einmal die stolze Einwohnerzahl von 30 000 erreichen werde - Träume, die mit der Uhrenkrise jäh zerschlagen wurden.

Aber aufgrund dieser Überlegungen habe Grenchen von der gesamten Bezugsmenge rund 75% für sich beansprucht. Jetzt drehe Grenchen den Spiess um und wolle auf etwas mehr als 50% zurückbuchstabieren, dies auf Kosten der anderen angeschlossenen Gemeinden, die jetzt alle mehr bezahlen müssten. Unter diesem Aspekt müsse man sich überlegen, ob Bettlach nicht besser die eigene Wasserversorgung ausbauen solle.

CVP-Gemeinderat Thomas Steiner betonte, dass es immer hart sei, mit Monopolisten Verträge auszuhandeln, aber er frage sich doch, ob Bettlach wirklich gut verhandelt habe.

Bauverwalter Titus Moser und FDP-Gemeinderätin Gabriela Mathys, Präsidentin der Bau- und Infrastrukturkommission, wehrten sich. Man habe so gut verhandelt wie möglich - und glücklich sei keine der Gemeinden gewesen. Ein Ausbau der eigenen Wasserversorgung sei ohne Bau eines neuen Reservoirs - Kostenpunkt rund 2 Millionen - nicht realistisch. Thomas Fessler von der CVP, ebenfalls Mitglied der Bau- und Infrastrukturkommission, erklärte, man müsse die Spitzen abdecken können in Zeiten, in denen die eigenen Quellen am wenigsten Wasser liefern. Dafür brauche es das Grenchner Wasser.

Walker schlug vor, den entsprechenden Entscheid der Gemeinde Selzach abzuwarten, womöglich könnten sich da neue Perspektiven eröffnen. Sein Vorschlag wurde schliesslich abgelehnt, der neue Vertrag vom Gemeinderat mit 10 Stimmen bei einer Enthaltung zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet.

Externe Lösung für Informatik

Ebenfalls auf Kritik stiess der Antrag des Bildungsausschusses für den Support ITC ab Schuljahr 2014/2105. Der zuständige Lehrer hat demissioniert und innerhalb des Lehrkörpers wurde kein geeigneter Nachfolger gefunden.

Aus diesem Grund wurde für den technischen Bereich - Installation und Unterhalt von Hardware und Software sowie Erarbeitung eines Konzepts und anderes - eine externe Lösung angestrebt.

Man entschied sich für die Firma Netree aus Däniken, die bereits andere Schulen und Institutionen betreut. Das bedeutet jährlich wiederkehrende Kosten von 52 000 Franken, welche die Gemeindeversammlung bewilligen muss.

Leonz Walker war der Meinung, Bettlach sei wieder einmal an der obersten Grenze angelangt, die Lösung sei eine Luxuslösung. Er zog Vergleichszahlen aus dem Kanton Bern und aus der kantonalen Verwaltung hinzu: In Berner Gemeinden würden pro Kind pro Jahr zwischen 10 und 70 Franken für Investitionen und Betriebskosten im ITC-Bereich aufgewendet.

Man müsse eine billigere Lösung - zum Beispiel mit Server - finden. SVP-Gemeinderat Patrik Gfeller doppelte nach: Die Schulen Zuchwil hätten doppelt so viele Schüler wie Bettlach und nur gerade 6000 Franken für IT pro Jahr zur Verfügung, das funktioniere auch.

SP-, CVP- und FDP-Fraktion unterstützten den Antrag der Bildungskommission und fanden ihn angemessen. Aber man war sich auch einig darüber, dass innerhalb der Vertragsdauer von einem Jahr schon nach kostengünstigeren Möglichkeiten gesucht werden soll. Das war auch die Bedingung der SVP, der Vorlage zuzustimmen. Die Vorlage wurde einstimmig zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet.