Die Informations- und Kommunikationstechnologie, bekannt unter dem Kürzel ICT, nimmt einen immer grösseren Stellenwert ein. Neben dem Fernsehen greifen heute die Computertechnologie und vor allem das Internet tief in die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen ein. Die starke Digitalisierung prägt für die Erwachsenen das Berufsleben, aber auch das Verhalten der Kinder: Chatten und SMS gehören zum Alltag der Jugend.

Dem kann sich auch die Schule nicht verschliessen. Deshalb wurde auf den Beginn dieses Schuljahres im ganzen Kanton Solothurn die «Medienbildung» eingeführt. Ab der dritten Klasse haben die Schülerinnen und Schüler dieses Fach in der Stundentafel, dotiert mit einer Lektion pro Woche. Obwohl der Umgang mit Computer und Internet für die Lehrpersonen eigentlich selbstverständlich ist, tauchen mit der Medienbildung auch neue Fragestellungen auf.

Die Eltern sind gefordert

Rita Häusermann und Stanley Schwab von der Beratungsstelle für digitale Medien in Schule und Unterricht der Pädagogischen Hochschule FHNW gaben den Bettlacher Lehrpersonen Tipps, die im Schulzimmer umgesetzt werden können. Unterstützt wurden sie von Marcel Meise, dem ICT-Verantwortlichen der Bettlacher Schulen. Erarbeitet wurden verschiedene Kapitel des Lehrmittels «Medienkompass», getrennt nach Primar- und Oberstufe.

Dabei geht es nicht ausschliesslich um die Fertigkeiten am Computer. Auch der Umgang mit den Möglichkeiten, welche die weltweite Vernetzung bietet, will gelernt sein. Man muss auch die Gefahren erkennen: Aus einem harmlosen Geplauder im Chat kann schnell eine Situation entstehen, die unangenehm oder gar gefährlich ist. In den 70er-Jahren setzte sich die Schule intensiv mit dem Fernsehen auseinander. Im Rückblick erscheinen diese Diskussionen fast harmlos im Vergleich zu den Möglichkeiten, welches das elektronische Netzwerk heute bietet.

Die Bettlacher Schulen stellen sich dieser Herausforderung. Aber wie bei anderen gesellschaftlichen Prozessen kann die Schule alleine nichts ausrichten: Die Eltern sind heute stark gefordert, den Medienkonsum und das Kommunikationsverhalten ihrer Kinder genau zu begleiten und – wenn nötig – zu intervenieren.