Die Diskussionen an der Gemeinderatssitzung von Dienstag wurden zum Teil recht emotional geführt. Nach Referaten von Per Just, Direktor der SWG Grenchen, welche das Projekt mit sechs Windanlagen auf den Grenchenbergen plant und bauen will, und Jürg Allemann, Präsident des Vereins ProGrenchen und erklärter Gegner des Windparks, kam es schon in der Fragerunde zu zum Teil fragwürdigen Aussagen einiger Gemeinderäte: So meinte Aquil Briggen von der FDP beispielsweise, die ganze Sache komme ihm vor wie „Globi baut ein Windkraftwerk“.

Zuvor hatte er auf mögliche Gefahren für Bettlachs Trinkwasserversorgung hingewiesen. Eine Windturbine wiege zusammen mit dem Fundament weit über 3ooo Tonnen und werde auf brüchiges Karst- und Mergelgestein gebaut. Das erfordere Verankerungen und die Einspritzung von Zement in den Boden unter Hochdruck. Es sei gut möglich, dass dadurch das Wasser verschmutzt werde, welches auch aus  Quellen der Bettlacher Trinkwasserversorgung  sprudle oder diese Quellen würden unter Umständen ganz versiegen. 

Briggen war der Ansicht, die SWG würden seit Jahren die ganze Sache beschönigen und nähmen die Gefahren nicht ernst genug. Sowohl Per Just als auch Bauverwalter Titus Moser versuchten die Bedenken aus der Welt zu räumen. Just betonte, dass die SWG als Verantwortliche für die Wasserversorgung kein Interesse habe, das eigene Grab zu schaufeln und diese Dinge sehr genau abgeklärt und die Risiken weitgehend ausgeschlossen habe. Moser erklärte, ein unabhängiger Experte habe festgestellt, dass die Quellen Bettlachs nicht im Einzugsgebiet der Grenchenberge liege und nicht betroffen seien – was Briggen umgehend verneinte, man könne nicht wissen, woher das Bettlacher Wasser stamme.  

ProGrenchen Präsident Jürg Allemann war in seiner Präsentation noch weiter gegangen: Anhand eines Satellitenbilds zeigte er den Verlauf der Bruchkante, welche die Bettleflueh im Zentrum hat und die westlich weiterverlaufe. Mindestens eines der Windkraftwerke käme genau auf einen Teil zu stehen, der seiner Meinung nach abbruchgefährdet sei. Ein dramatisches Szenario, welches so noch nie zur Sprache gekommen war und einerseits zu Sorgenfalten und andererseit zu Kopfschütteln einzelner Gemeinderäte führte. Der Präsident von ProGrenchen hatte noch andere Argumente ins Feld geführt, auf die Just entsprechende Antworten gab. So brachte Allemann die Problematik des Infraschalls zur Sprache, Just entgegnete, dass die Wirkungen wissenschaftlich nicht nachweisbar seien und die gesetzlichen Grenzwerte in jedem Fall eingehalten würden.

Nach der Fragerunde wollte der Rat unter sich weiter beraten und verabschiedete die beiden Referenten. Die Diskussion wurde emotional weitergeführt. Briggen präsentierte einen Entwurf einer Einsprache, welche die Trinkwassergefährdung durch die baulichen Massnahmen im Boden zum Thema hatte. Der Rat entschied nach längerem Hin und Her darauf zu verzichten, noch andere Argumente in der Einsprache aufzuführen und entschied mit Stichentscheid der Gemeindepräsidentin, eine Einsprache ausformulieren zu lassen und einzureichen. Die Einsprachefrist im Nutzungsplanverfahren läuft am 10. November ab.