Street Parade
Bettlacher DJ Deelux mischt an der Street Parade mit

Joël Oester alias DJ Deelux teilt in Zürich unter Zehntausenden Ravern mit den grossen Stars die Bühne. Schon als kleiner Junge war er den den Bässen und Beats der House- und Elektromusik verfallen.

Patrick Furrer
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Will ganz nach oben und ist bereits auf bestem Weg dorthin: Joël Oester aus Bettlach.

Will ganz nach oben und ist bereits auf bestem Weg dorthin: Joël Oester aus Bettlach.

Solothurner Zeitung

Es war ein grosser Tag im Leben des kleinen Joël Oester, als ihn sein Vater vor neun Jahren an die Street Parade im grossen Zürich mitnahm. Joël, damals 10 Jahre alt und knapp eineinhalb Meter gross, war total aus dem Häuschen, schliesslich war er schon vor Jahren den Bässen und Beats der House- und Elektromusik verfallen.

Auf der Bühne mit David Guetta, Sir Colin oder Mr Da-Nos

Heute ist der Bettlacher nicht mehr einfach Zuschauer, sondern hat sich als DJ Deelux während der letzten drei Jahre in der Elektroszene einen Namen machen können. Schon an über 100 Veranstaltungen hat er aufgelegt, zuletzt gemeinsam mit seinem bekannteren Labelkollegen Scaloni DJ an einer Yacht-Tour in Kroatien. Heute Samstag vertritt der bald 20-Jährige während der Street Parade die Region Solothurn und steht mit so bekannten Grössen wie David Guetta, Sir Colin oder Mr Da-Nos auf der Bühne; zwar nicht auf einem der dreissig «Love Mobiles», aber an einer neuen, exklusiven VIP-Party seines Managements, im legendären Klub Oxa und an der Riesenparty Energy.

Das sei «mega-cool» und eine «Riesen-Ehre», sagt Joël Oester. «Früher wurde ich von vielen dafür belächelt, dass ich immer Housemusik hörte, aber es hat sich gelohnt», sagt er nicht ohne Genugtuung. Er blieb seiner Musik treu, arbeitete hartnäckig und will nun nach ganz oben. «DJs, die sich in meinem Alter schon auf einem solchen Level befinden, gibt es in der Schweiz ausser mir nur noch zwei.» Im hier erst wenig etablierten sozialen Netzwerk Twitter hat DJ Deelux 23 Anhänger. Auf Facebook aber gefällt seine Seite bereits 1111 Personen.

Von den Anfängen bis heute

Seit einem halben Jahr arbeitet er für sein neues Management «Hieronica». Jetzt gehe es steil nach oben, meint er. Wenn Joël Oester auflegt, ist auch die Tanzmeute gut aufgelegt. Er habe ein Gefühl dafür, welche Musik und welche Tracks das Publikum während seiner Auftritte brauche. Der Erfolg dürfte Oesters Hingabe, aber auch etwas Glück und VitaminB zu verdanken sein. Ohne Beziehungen und harte Arbeit bringe man es zu nichts, sagt er. Nachwuchs-DJs gebe es heute sehr viele. Als DJ Deelux setzt er daher auf «edle, noble Musik», wie im Internet zu lesen ist. Oester selbst beschreibt es als «qualitativ hoch stehende und treibende ‹Good-Feeling-Music›».

Seine ersten drei Lebensjahre verbrachte Joël Oester in Biel. In Bettlach und Grenchen ging er zur Schule, in Solothurn schliesslich in die Kanti. DJ sein, da soll sein Beruf werden. Aber kein Traum ohne Rückversicherung – deshalb besucht er derzeit in Zürich die Tontechnikerschule. «Als eidgenössisch diplomierter Tontechniker kann ich mich in der Musikszene noch besser etablieren, und ich könnte sogar als Tontechniker arbeiten, falls es mit den Auftritten als DJ mal nicht so gut läuft», erklärt er. In zwei Jahren ist die Schule zu Ende. Dann will er von der Arbeit als DJ leben können. Momentan kann er dies noch nicht, weshalb er temporär in der Qualitätskontrolle eines Medizinalunternehmens jobbt.

Nicht viel zeit für andere Hobbys

Seit er klein ist, hört Joël Musik. Sein Vater war Mitglied einer Band, er selbst spielte jahrelang Gitarre. Als in die elektronische Musik fesselte, tauschte er Saiten gegen Knöpfe und Turntables, sass nächtelang zuhause am Computer und tüftelte an eigenen Mixes. Heute nimmt er seine Tracks – es sind mehrere 10000 Stück – auf MP3-Sticks oder CDs mit an die Auftritte. Noch immer verbringt er viel Zeit am Laptop oder im Studio und arbeitet an seinem Traum. Er hört ständig Musik, vor allem im Auto und zuhause, nicht nur Elektro, sondern auch Funk und Old-School-Hip-Hop.

Bald sollen auch die ersten eigenen Produktionen und CDs folgen. Doch zuerst hat er sich noch ein anderes Projekt vorgenommen: eine neue Houseparty für Solothurn. In einem Monat hat Joël Oester Geburtstag, den er bereits in den Vorjahren in Grenchen und Solothurn mit zwischen 200 und 300 Gästen feierte. In der Solothurner Vorstadt wird kommenden Oktober zu Oesters 20. Geburtstag die nächste grosse House- und Elektroparty steigen. Danach will er dort regelmässig Elektropartys veranstalten. Denn so etwas fehle der Region, und auch ihm selbst. «Ich will nicht immer in Bern oder Basel, ich möchte auch mehr dort auflegen können, wo ich zuhause bin», erklärt er. So könne er der Region, in der er seine ersten grösseren Auftritte hatte, schliesslich auch etwas zurückgeben.

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